Viva Mexico – Willkommen in Mexiko!

Egal wie man es schreibt, Mexiko ist sowohl landschaftlich, historisch und kulturell ein faszinierendes Land. Ein Urlaub in diesem Land zwischen Nordamerika und Mittelamerika ermöglicht einen Blick in barocke Kolonialstädte, beeindruckende Landschaften mit Hochland und schneebedeckten Vulkanen, tropischen Regenwäldern, weißen Karibikstränden, rauer Pazifikküste und in die Geschichte der Hochkulturen von Mayas und Azteken.

mexikanische flagge
Flagge von Mexiko

Fast überall im Land trifft man auf archäologische Funde und es soll mehr als 20.000 Stätten aus der mystischen Vergangenheit der Region geben. Zahlreiche Stätten wurden ausgezeichnet als Weltkulturerbe der UNESCO, am bekanntesten im Ausland sind sicherlich davon Teotihuacán und Chichén Itzá. Beide liegen auf der von Reisenden gerne besuchten Halbinsel Yucatán und ergeben eine gute Möglichkeit Tempel, Pyramiden und andere Gebäude aus dieser Epoche der indianischen (indigenen) Hochkulturen des Landes zu entdecken.

 

Mexiko – das Urlaubsparadies mit Stränden am azurblauem Meer

Dazu hat Mexiko attraktive Hotels und Ferienanlagen an Palmen gesäumten Stränden mit feinem, weißem Sandstrand und azurblauem Meer zu bieten. Wen verwundert es daher, dass Mexiko auch als Urlaubsdestination für den Bade-, Tauch- und Wellnessurlaub gilt? Taucher, Schnorchler und andere Wasserfreunde werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Insbesondere in den touristischen Bereichen ist die Infrastruktur gut und lässt kaum Wünsche offen. Nicht ohne Grund zählt der Staat daher zu den beliebtesten Reisezielen nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Acapulco, Cancun sowie die Halbinsel Baja California sind nur einige Schlagworte, die für den hohen Bekanntheitsgrad Mexikos als Reiseland stehen.

Eines der aufregendsten Elemente hier sind natürlich die Menschen. Mit über 122 Millionen Einwohnern ist Mexiko nicht nur das lateinamerikanische Land mit der größten spanischsprachigen Bevölkerung, sondern hat auch deutlich mehr Einwohner als das ehemalige Mutterland Spanien.

Dazu ist es von der Fläche her der fünftgrößte Staat des Kontinents. Was viele nicht wissen: geologisch zählt es mehrheitlich zu Nordamerika und nur zu einem geringen Teil zu Mittelamerika. Trotzdem ist die kulturelle Verbindung zu den anderen lateinamerikanischen Staaten in Südamerika unübersehbar, ob bei der Musik, der Kunst oder anderen kulturellen Elementen und Traditionen.

Die meisten Mexikaner zählen ethnisch zu der Gruppe der Mestizen, daneben gibt es auch heute noch etliche indianische Völker (u.a. Maya und Nahua) aber auch Einwohner europäischer- und afrikanischer Abstammung. Der bunte Mix ist eine Stärke dieses faszinierenden Landes, dass als Bindeglied zwischen den Teilen des Doppelkontinents Amerika auch kulturell einmalig ist.

Bunter kultureller Mix und kulinarische Erlebnisse

Die einzelnen Volksgruppen haben unterschiedliche Bräuche, Traditionen, Musik und Trachten und so ergibt sich eine kulturelle Vielfalt, die man nur in wenigen Regionen der Erde so vorfindet und die nebenbei auch in kulinarischen Genüssen und einer interessanten Landesküche mündet. Die Küche des Landes ist weltweit berühmt und Tortillas, Enchiladas und Mole poblano nicht nur bunt, scharf und lebenslustig, sondern einfach schlicht “delicioso”.

Und auch durstig muss man nicht sein, denn das gerne getrunkene Agua fresca (mit Frucht aromatisiertes Wasser) erfrischt bei sommerlichen Temperaturen. Auch das mexikanische Bier (hell als Cerveza clara oder dunkel Cerveza obscura) und natürlich Tequila oder der gerne mit Wurm versehene Agavenschnaps Mezcal sind beim “¡Salud!” nicht zu verachten.

Bekannt sind auch die temperamentvollen Fiesta Mexicanas oder die Sombrero tragenden Mariachigruppen mit ihrer temperamentvollen Musik. Dabei ist Mexiko auch in vielerlei anderer Hinsicht interessant, nämlich als Hotspot im Bereich der Artenvielfalt. Die Flora und Fauna ist unglaublich artenreich und Biologen wie Tier- und Pflanzenfreunde werden so manche Freude auf ihren Expeditionen und Rundreisen durch das Land erleben. Die vielfältigen landschaftlichen und klimatischen Bedingungen machen es möglich und so findet man faszinierende Kakteen, tropische Urwälder und mitteleuropäisch wirkende Nadelwälder.

Die mexikanische Nationalblume ist übrigens die Dahlie, die man in Mexiko in vielen Formen vorfindet. An Land findet man seltene Tiere wie den Jaguar, Pumas, Wildschweine, Waschbären, Krokodile, Leguane, Affen und zahlreiche Vögel wie Tukan oder Adler (mexikanisches Wappentier). Es gibt natürlich auch giftige Tiere wie Klapperschlangen und Skorpione, ebenso faszinierende Insekten wie die vielen Schmetterlingsarten. Seelöwen, Delfine aber auch zahlreiche Wale kann man an den Küsten bewundern, ganz zu schweigen von der bunten Unterwasserwelt.

Wirtschaftlich ist die international durchaus als aufstrebende Nation zu bezeichnende Republik über das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) eng mit den USA und Kanada verbunden. Dabei ist sie besonders reich an Rohstoffen (unter anderem Erdöl, Silber, Eisen und Stahl), aber auch die Landwirtschaft (insbesondere Mais, aber auch Getreide, Soja, Gemüse, Kaffee, Tabak und Zitrusfrüchte)  und die Industrie (z.B. der Automobilsektor, Chemikalien und Textilproduktion) sowie Dienstleistungen (Tourismus) bilden die Grundlage der stark privatisierten Wirtschaft.

Mexico City bzw. die Cuidad de México ist eine der größten Metropolregionen der Erde. Sie ist in vielerlei Hinsicht der Mittelpunkt des Landes – politisch, kulturell und wirtschaftlich. Für Reisende birgt die Mega-Metropole etliche Sehenswürdigkeiten wie die Altstadt, der Universitätscampus und die schwimmenden Gärten von Xochimilco.

Das sind natürlich nur wenige Beispiele für diese imposante Stadt, die gleich für mehrere Wochen Urlaub gut wäre. Wenn man denn mehr Zeit hätte und das übrige Land und die vielen, kleineren lokalen Städte und Großstädte nicht auf eine Reise wert wären.

Wir hoffen jedenfalls Ihnen hier Lust auf einen Urlaub im vielseitigen Mexiko zu machen!

Auch wenn Mexico deutlich kleiner ist als sein nördlicher Nachbar die USA, ist das Land immer noch größer als Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien zusammengenommen. Es steht in der Rangfolge der größten Länder der Erde auf Platz 14. Bei einem Staat dieser Ausmaße, ist es sinnvoll die wichtigsten Fakten auf einen Blick zu kennen:

Geografie

Fläche: ca. 1,972 Mio. qkm (Vergleich Deutschland: 357.111 qkm)
Ausdehnung (max.): Ost-West-Richtung (über 3.100 km), Nord-Süd-Richtung (über 200 km)
Nachbarländer (mit Grenzlänge): USA (ca. 3.326 km), Guatemala (ca. 962 km), Belize (ca. 250 km).
Klima: aufgrund der Größe und Topografie des Landes regional sehr unterschiedlich. In Yucatan bereits tropisch, ansonsten subtropisch. Im Gebirge zum Teil gemäßigt bis alpines Hochgebirgsklima. Auch gibt es Regionen mit Wüstenklima. Hurrikansaison Juni bis November (gefährdet insbesondere Yucatan).
Küstenlänge: ca. 12.400 km (davon 8.200 km Pazifik, 3.200 km Atlantik)
Höchster Berg: Citlaltépetl (Pico de Orizaba) ca. 5.700 m
Wichtigste Gebirge: Sierra Madre Oriental (Sierra Madre Occidental, Sierra Madre Oriental und Sierra Madre del Sur), Sierra Nevada, Sierra de Juárez, Peninsula Ranges, Cabeza Prieta etc.
Längster Fluss: Rio Bravo bzw. Rio Grande del Norte (über 3.000 km)
Weitere Flüsse: Balsas Pánuco, Grijalva und Usumacinta
Größter See: Lago de Chapala
Naturkatastrophen: u.a. Erdbeben, Vulkane, Hurrikans, Überschwemmungen.
Zeitzonen: 3 Zeitzonen als (Verhältnis zur koordinierten Weltzeit)
Zona Centro (UTC -7) Osten und Hauptstadt
Zona Pacifico (UTC -8) Baja California sur, Chihuahua, Nayarit, Sinaloa, Sonora)
Zona Noroeste (UTC -9) Baja California
Es gibt Regionen (durchaus nicht alle!) in Mexico die ein erhöhtes Risiko für Erdbeben aufweisen. Dies sind insbesondere der Westen (an der Pazifikküste) und der Süden des Landes. Auch Mexico City liegt noch im Umkreis der erhöht gefährdeten Gebiete, außerdem über dem Sankt-Andreas-Graben (der auch in Los Angeles immer wieder für Erdbeben sorgt) und das schwere Beben von 1985 mit einer Stärke von 8,1 auf der Richterskala und seinen zehntausenden Opfern ist vielen noch in Erinnerung.

Damals wurde 2.800 Gebäude der Metropole beschädigt. 880 von ihnen brachen zusammen und die Stadt lebte noch einige Zeit im Chaos. Betroffen waren damals insbesondere die Bundesstaaten Michoacan und Estado de Mexico. Glücklicherweise hat sich die Hauptstadt davon wieder erholt und heute werden regelmäßig Evakuierungsübungen durchgeführt. Auch ein Frühwarnsystem wurde mittlerweile eingerichtet. Dies meisten Erdbeben sind kaum wahrnehmbar und stellen nur ein leichtes Zittern der Erde dar.

Am häufigsten von Erdbeben betroffen sind allerdings die Bundesstaaten Guerrero und Oaxaca. Sie liegen am Randes des Pazifischen Feuerrings (Ring of Fire), ähnlich wie Neuseeland und Kalifornien. Es gibt allerdings Gebiete in Mexiko, die nur geringe Erdbebenaktivität aufweisen (ähnlich wie Deutschland). Auch Yucatan ist in dieser Hinsicht nicht sonderlich gefährdet, genauso wie Zentralmexiko und die karibische Ostküste.

Bevölkerung

Einwohner: ca. 122 Mio. (Vergleich Deutschland: ca. 82 Mio.)
Bevölkerungsdichte: ca. 61 Menschen/ qkm (Vergleich Deutschland: 229)
Ethnien: Hauptsächlich Mestizen, Indigene Ethnien (u.a. Mayas, Nahua), Europäisch- und Afrikanischstämmige.
Religionen: Meist römisch-katholisch (es gibt 18 Erzbistümer), außerdem Protestanten (u.a. Anglikanische Kirche von Mexiko) und andere.
Sprachen: Spanisch (Castellano),  außerdem 63 Indigene Nationalsprachen u.a. Nahuatl (Aztekisch), Maya, Mixtekisch, Zapotekisch, Tzotzil, Tzeltal und Otomí.
Größte Städte: Mexico-City (Ciudad de Mexico mit ca. 21 Mio. Einwohner), Guadalajara (4,5 Mio.), Monterrey (4 Mio.), Puebla (2,7 Mio.), Tijuana, Toluca, León, Ciudad Juárez, Comarca Lagunera, San Luis Potosi

Politik und Verwaltung

Name: Estados Unidos Mexicanos
Staatsform: Präsidiale Bundesrepublik
Staatsoberhaupt und Regierungschef: Präsident
Parlament: Kongress (Congreso de la Unión) mit zwei Kammern (Cámara de Federal de Deputados, Senado)
Parteien: u.a. Partido Revolucionario Institucional (PRI), Partido Acción Nacional (PAN), Partido de la Revolución Democrática (PRD)
Hauptstadt: Mexico City

Verwaltung: 31 Estados (Bundesstaaten) plus 1 Bundesdistrikt (Distrito Federal) mit der Hauptstadt. Aguascalientes, Baja California, Baja California Sur, Campeche, Coahuila, Colima, Chiapas, Chihuahua, Distrito Federal, Durango, Guanajuato, Guerrero, Hidalgo, Jalisco, México, Michoacán, Morelos, Nayarit, Nuevo León, Oaxaca, Puebla, Querétaro, Quintana Roo, San Luis Potosí, Sinaloa, Sonora, Tabasco, Tamaulipas, Tlaxcala, Veracruz, Yucatán und Zacatecas.

Unabhängig: 1810 einseitig gegenüber Spanien erklärt, 1821 anerkannt.
Nationalfeiertag: 16. September (Día e la Independencia)
Nationalhymne: Himno Nacional Mexicano
Internationale Mitgliedschaften: u.a. UNO, WTO, NAFTA, OECD, ALADI, OEA, SELA, TLCTNM.
Kfz-Kennzeichen: MEX
Internet-TLD: .mx

Wirtschaft

Währung: Mexikanischer Peso = 100 Centavos
BIP (KKP): ca. 1.600 Mrd. $
BIP/ Kopf (KKP): ca. 14.500 $
Arbeitnehmerverteilung: meist Dienstleitungen, Industrie, ca. 5 % Landwirtschaft
Arbeitslosenquote: traditionell eher niedrig
Hauptexport nach: USA, Kanada, Deutschland, Spanien, Japan
Hauptimport aus: USA, Japan, Deutschland, Kanada, VR China
Besonderheiten: 8. größte Exportnation der Erde und führende lateinamerikanische Wirtschaftsnation, liberale und deregulierte Marktwirtschaft, reiche Rohstoffressourcen (insb. Erdöl, Silber), Freihandelsabkommen u.a. mit EU, Japan.
Bodenschätze: Erdöl, Silber, Gold, Blei, Zink, Schwefel, Kupfer, Mangan und Wismut.
Wichtige Wirtschaftszweige: Nahrungsmittel (Gemüse, Früchte, Kaffee, Tabak, Wolle, Wein, Tequila), Landwirtschaft (Mais, Reise, Weizen und Soja), Erdöl, Textilien, Chemie, Automobile, Tourismus und Ökotourismus.

Bundesstaaten von Mexiko

Mexiko nennt sich offiziell Estados Unidos Mexicanos und gliedert sich in 31 Bundesstaaten und einen Distrito Federal (Bundesdistrikt). Jedem Bundesstaat steht ein Gouverneur vor, so dass durchaus einige Ähnlichkeiten zu den USA gibt. Eine weitere Verwaltungseinheit sind in den Bundesstaaten die Municipios, der D.F. ist dagegen in 16 Delegaciones aufgeteilt.

Bundesstaat  Hauptstadt  Fläche in qkm (ca.)
Aguascalientes Aguascalientes 5.590
Baja California Mexicali 69.920
Baja California Sur La Paz 73.480
Campeche Campeche 50.810
Coahuila Saltillo 149.980
Colima Colima 5.190
Chiapas Tuxtla Gutiérrez 75.630
Chihuahua Chihuahua 244.930
Distrito Federal  – 1.499
Durango Victoria de Durango 123.180
Guanajuato Guanajuato 30.490
Guerrero Chilpancingo 63.794
Hidalgo Pachuca de Soto 20.810
Jalisco Guadalajara 80.380
México Toluca de Lerdo 21.360
Michoacán Morelia 59.860
Morelos Cuernavaca 4.950
Nayarit Tepic 26.980
Nuevo León Monterrey 64.920
Oaxaca Oaxaca de Juárez 93.950
Puebla Puebla  33.900
Querétaro Santiago de Querétaro 11.450
Quintana Roo Chetumal 50.210
San Luis Potosí San Luis Potosí 63.070
Sinaloa Culiacán 58.330
Sonora Hermosillo 182.050
Tabasco Villahermosa 25.270
Tamaulipas Ciudad Victoria 79.380
Tlaxcala Tlaxcala 4.020
Veracruz Xalapa 71.700
Yucatán Mérida 38.400
Zacatecas Zacatecas 73.250

 

Einwohner von Mexiko

Mexikos Bevölkerung ist relativ heterogen. Es ist schwer genaue Zahlen zu nennen, da Mexico zu den Ländern gehört, in dem sich die unterschiedlichen Einwohnergruppen und ethnischen Völker stark vermischt haben. Heute sind ca. 60 % der Mexikanerinnen und Mexikaner sogenannte “Mestizen”.
Die übrigen verteilen sich auf Indigene und Europäischstämmige (meist Spanier, aber auch Italiener, Franzosen, Deutsche insbesondere Mennoniten), sowie einige wenige Einwohner mit Wurzeln aus Afrika. Noch geringer sind Bevölkerungsanteile mit einer Abstammung aus Asien bzw. dem arabischen Raum.
Insbesondere beim Anteil der indigenen Bevölkerung gehen die Statistiken weit auseinander und reichen von 30 % – 7 %. Mit einer Bevölkerung von 122 Mio. Menschen zählt Mexiko zu den Staaten der Welt mit der größten Bevölkerung. Es ist im Übrigen das Land mit der größten spanischsprachigen Bevölkerung.
Kaum neun Monate nachdem der erste Spanier Mexiko betrat gab es die ersten Mestizen in Mexiko. Neben den unzähligen unbekannten Soldaten, die sich indigene Frauen mit mehr oder weniger Gewalt nahmen, gibt es auch eine Reihe von romantischen Geschichten.

Zusammensetzung und sprachliche Vielfalt

So verliebte sich der Conquista Gonzalo Guerrero, der 1511 die Halbinsel Yucatan betrat, in die Mayaprinzessin Zazil Há und nahm sie zur Frau. Mit ihr hatte er zwei Söhne, die offiziell als die ersten Mestizen Mexikos gezählt werden. Auch der Eroberer Hernán Cortés hatte mit seiner Dolmetscherin und Geliebten Malinche einen gemeinsamen Sohn. Diese Kinder der ersten Generation, hatten im Gegensatz zu gemischtrassigen Kindern aus den portugiesischen und englischen Kolonien, die volle Akzeptanz des spanischen Mutterlandes. Die die Vermischung nicht nur duldete sondern zum Teil sogar förderte.
Wenn man davon absieht, daß der Größtteil der indianischen Bevölkerung im Land fast ausgerottet wurde, waren Indianer (besonders die adliger Abstammung) eine Sensation in Spanien. Eine Reihe von Azteken- und Mayaprinzessinnen gingen mit ihren spanischen Ehemännern auch nach Spanien. Trotz der vielen Mischungen ist Mexiko immer noch ein Land mit der größten Vielfalt an Indianerstämme in ganz Lateinamerika. Alleine was die Sprachen betrieft, unterscheidet man 84 Indianerstämme, wobei die einzelnen Stämme wieder sich in verschiedene Untergruppen unterteilen. Seit einigen Jahren bemüht sich die mexikanische Regierung darum, das die Kinder neben der spanischen Sprache ihre eigene pflegen und richten dafür spezielle Unterrichtstunden in den Schulen der verschiedenen Regionen ein.

Indigene Gruppen im Süden und Südosten sowie die Sprachensituation in Mexiko

In den letzten Jahrzehnten ist der Anteil der Indianischsprachigen Bevölkerung zum Teil wieder leicht angestiegen. Der überwiegende Teil der Bevölkerung, der neben Spanisch noch seine eigene Indianische Sprache spricht, lebt im Süden und Südosten von Mexiko.
Trotz allen, daß die spanisch- (bzw. europäisch-) stämmigen Einwohner stets eine Minderheit waren und sind, haben sie stets einen überdurschnittlichen Anteil an Einfluss im Land. dies gilt auch für die Welt der Medien. In diesem Kontext ist es erstaunlich, daß der Zapoteke (aus Oaxaca) Benito Juárez es einst als einzigster Indianer 1858 bis zum Präsidentenamt geschaft hatte.
Im Gegensatz zum heutigen Europa, wo Menschen auf die Sonnenbank gehen um gesunde Bräune zu erhalten, ist in Mexiko das Schönheitsideal immer noch hell. Erst langsam scheint sich dies zu ändern. Wie in anderen Ländern Lateinamerikas wächst langsam das Selbstbewusstsein der Indianer, dies erkennt man regional auch an einem stärkeren Gebrauch der traditionellen Sprachen.

Mexiko ist ein spanischsprechendes Land, sogar gemessen an seiner Bevölkerung das Größte der Erde. Das Castellano (Kastillisch) wird von 99 % der Mexikaner beherrscht. Daneben sind 63 Indigenen Sprachen als Nationalsprachen anerkannt.

Die wichtigsten hiervon sind: Nahuatl (Aztekisch, Azteca), Maya, Mixtekisch (Mixteca), Zapotekisch (Zapoteco), Tzotzil, Tzeltal und Otomí. Weitere gesprochene Indianersprachen sind: Amuzgo, Azteca, Chatino, Chichi-Pooloca, Chichimeco Jonaz, Chinanteco, Chol, Chontal (Tabasco), Chuj, Cochimi, Cora, Cucapa, Cuicateca, Guarijio, Huasteco, Huave, Huichol (Jalisco und Nayarit), Ixcateco, Jacalteco, Kikapu (Nord Coahuila), Kiliwa, Kumiai, Lacandon (Chiapas), Lipan Apache (Nord Chihuahua), Mame, Matlatzinca, Mayo, Mazahua, Mixe, Motozintleco, Nahua, Olmeca, Opata (Sonora), Paipai (akwa’ala), Pame, Papago, Pima Alto, Pima Bajo, Popoloca, Popoluca, Purepecha/Tarasco, Seri, Tarahumara, Tepehua, Tepehuano, Tequistlateco/Chontal de Oaxaca, Tlapaneco, Tojolabal, Toltec, Totonaco, Trique, Yaqui und Zoque.

Dies zeigt welche vielen Indigenen Völker in Mexiko vertreten sind. Und das sind noch nicht alle! Wenn man dann bedenkt, dass daneben auch noch regional andere Sprachen gesprochen werden wie z.B. Italienisch (Venezianisch), Deutsch (im Dialekt der Mennoniten), Französisch, Arabisch und Jiddisch gesprochen werden, merkt man dass Mexiko eine kaum erfassbare kulturelle Vielfalt aufweist.

 

Die Nationalhymne

Die Nationalhymne von Mexico heißt offiziell “Himno Nacional Mexicano” und ist seit 1943 offiziell in dieser Funktion deklariert. Das Lied wird auch “Mexicanos al grito de guerra” (übersetzt “Mexikaner zum Geschrei des Krieges”) genannt und war schon seit 1854 als Hymne des Staates in Gebrauch. Der Text stammt vom Diktator Francisco González Bocanegra und beschreibt die militärischen Siege des Landes.

Die Melodie stammt von Jaime Nunó. Das Lied hat 10 Strophen, welche durchaus über die Jahre modifiziert wurden. Oft werden nur die ersten zwei Strophen gesungen.

Refrain:
Mexicanos al grito de guerra el acero aprestad y el bridón. Y retiemble en sus centros la tierra, al sonoro rugir del cañón.

Ciña ¡oh Patria! tus sienes de oliva de la paz el arcángel divino, que en el cielo tu eterno destino por el dedo de Dios se escribió. Mas si osare un extraño enemigo profanar con su planta tu suelo, piensa ¡oh Patria querida! que el cielo un soldado en cada hijo te dio.

En sangrientos combates los viste por tu amor palpitando sus senos, arrostrar la metralla serenos, y la muerte o la gloria buscar. Si el recuerdo de antiguas hazañas de tus hijos inflama la mente, los recuerdos del triunfo tu frente, volverán inmortales a ornar.

 

Flagge und Symbole

Es gibt viele Gegenstände und Symbole, die Mexiko repräsentieren. In der Werbung und in verschiedenen Logos und Labels trifft man immer wieder auf den Sombrero und Kakteen oder Frauen und Männer in der traditionellen Tracht.
Typische Symbole eines jeden Staates auf der Erde sind jedoch die Flagge und das Staatswappen.
Die mexikanische Fahne hat seit der Unabhängigkeit von Spanien, im Jahre 1810 eine Reihe von Veränderungen erlebt. Die Flagge der mexikanischen Unabhängigkeitskämpfer, war mit der National-heiligen der Virgen de Guadalupe geschmückt.
Die Ursprünge der heutigen Nationalfahne geht auf die “Armee der drei Garantien” (El Ejército Trigarante) und auf das Jahr 1821 zurück. Die drei Garantien wurden durch die drei Farben der Fahne symbolisiert: Grün für die Unabhängigkeit, Weiß für die Reinheit der Religion und Rot für die Einigkeit (die Einigkeit des mexikanischen Volkes und das vergossene Blut der Freiheitskämpfer).
Das Wappen mit dem Adler auf dem Kaktus und der Schlange im Schnabel entstammt aus den Standarten (Bandera de Atzacoalco), wie sie von den aztekischen Heerführern mit sich geführt wurden, wenn sie z.B. gegen Cortes in den Kampf zogen. So war neben der gefiederten Schlange, dem Jaguar auch der Adler mit der Schlange ein beliebtes Symbol der Kämpfer. Der Adler mit der Schlange geht auf die Legende der Azteken über die Gründung der Hauptstadt Tenochtitlán (heute Mexico City) zurück.
Die Götter hatten, den herumziehenden Azteken prophezeit, daß sie einen Adler auf einen Kaktus erblicken werden, der eine Schlange zwischen Krallen und Schnabel fest hält und dort sollten sie siedeln und die Hauptstadt ihres Imperiums aufbauen. Im Laufe der kommenden Jahrzehnte wechselten der rote und grüne Teil der Flagge öfters mal die Seiten, bis sie ihre endgültige Form im Jahre 1968 bekam. Seit den 24. Februar 1937, wird der Tag zu Ehren der Nationalflagge “El Día de la Bandera” vor dem Denkmal von General Don Vicente Guerrero gefeiert, der als erster im Jahre 1821, auf die mexikanische Flagge schwor.
Im Artikel 18 des Gesetzes über die Fahne, das Wappen und die Nationalhymne kann man nachlesen, zu welchen Anlässen und Tagen die Nationalflagge gehisst wird.
Vollmast:
21 Januar: Jahrestag von Ignacio Allende (1779)
5 Februar: Bekanntgabe der Verfassung von 1857 und 1917
19 Februar: Tag der mexikanische Armee
24 Februar: Tag der Nationalflagge
1 März: Proklamation des “Plan de Ayutla”
18 März: Verstaatlichung der Erdölindustrie (1838)
21 März: Jahrestag von Benito Juárez (1806)
26 März: Bekanntgabe des “Plan de Guadalupe”
2 April: Jahrestag der Eroberung von Puebla (1867)
1 Mai: Tag der Arbeit.
5 Mai: Sieg über die französischen Armee in Puebla (1862)
8 Mai: Jahrestag von Miguel Hidalgo (1753)
1 Juni: Tag der Marine.
21 Juni: Sieg der nationalen Armee über das Kaiserreich von Maximilian (1867)
1 September: Eröffnungssitzung des Congreso de la Unión
14 September: Eingliederung des “Estado de Chiapas”
15 September: “Grito de Independencia”
16 September: Anfang des Unabhängigkeitkrieges 1810
27 September: Jahrestag von dem Ende des Unabhängigkeitskrieg “Independencia”(1821)
30 September: Jahrestag von José María Morelos (1765)
12 Oktober: “Día de la Raza”, Jahrestag der Entdeckung Amerikas (1492)
23 Oktober: Tag der Luftfahrt
24 Oktober: Tag der UNO
30 Oktober: Jahrestag von Francisco I. Madero (1873)
6 November: Bekanntgabe der Unabhängigkeit durch den Kongress von Chilpancingo (1813)
20 November: Anfang der “Revolución Mexicana” (1910)
29 Dezember: Jahrestag von Venustiano Carranza (1859)
Dezember: Abschlusssitzung des Congreso de la Unión
Halbmast:
14 Februar: Todestag von Vicente Guerrero (1831)
22 Februar: Todestag von Francisco I. Madero (1913)
28 Februar: Todestag von Cuauhtémoc (1525)
10 April: Todestag von Emiliano Zapata (1919)
21 Mai: Todestag von Venustiano Carraza (1920)
17 Juli: Todestag von Álvaro Obregón (1928)
18 Juli: Todestag von Benito Juárez (1872)
30 Juli: Todestag von Miguel Hidalgo y Costilla (1811)
13 September: Opfer der “Niños Héroes” von Chapultepec (1847)
7 Oktober: Todestag von Belisario Domínguez (1913)
2 Dezember: Todestag von José María Morelos (1815)

Sport in Mexiko

Ein sehr verbreiteter und beliebter Sport in Mexico ist Charrería, eine Art Rodeo. Die Veranstaltungen nennen sich Charreada, die von den Charros organisiert werden. Von den Spaniern haben die Mexikaner den Stierkampf übernommen.

Besonderes Aufsehen, insbesondere international, erregt Mexiko aber durch seine erfolgreichen Fußballer. Die Nationalmannschaft des Landes ist nach Brasilien und Argentinien die erfolgreichste Amerikas. Dies spiegelt sich auch in den mehrfachen Gewinnen der kontinentalen Meisterschaft der Verbände Nord- und Mittelamerikas mit Karibik wider.

Das Land richtete außerdem die Fußball-Weltmeisterschaften 1970 und 1986 aus, wobei die Endspiele im Aztekenstadion (Estadio Azteca) in Mexico Citys Stadtteil Coyoacán stattfanden. Das Stadion ist das größte, reine Fußballstadion der Welt und fasste um Finale 1986 zwischen Argentinien und Deutschland über 114.000 Sitzplätze. Mexiko scheid damals im Viertelfinale gegen Deutschland nach Elfmeterschießen aus. Das Estadio Azteca ist außerdem das Heimatstadion des Club América. Diese Mannschaft ist auch eine der erfolgreichsten mexikanischen Vereine, die in der Primera División spielen. Sehr erfolgreich ist auch Deportivo Guadalajara.

1986 war insbesondere Hugo Sanchez einer der Namen, die den Zuschauern in Erinnerung blieb. Andere Namen mexikanischer Fußballer sind z.B. Rafael Marquez, Ricardo Osorio und Pavel Pardo. Das Land nimmt regelmäßig an den Weltmeisterschaften im Fußball teil. Aber auch in anderen Sportarten sind die Mexikaner und Mexikanerinnen erfolgreich. Besonders beliebt ist noch Baseball, in dem das Nationalteam bei den Panamerikanischen Meisterschaften schon Bronze gewinnen konnte.

Außerdem spielen viele Mexikaner als Profis in der nordamerikanische Major League Baseball. Bekannte Spieler waren u.a. Fernando Valenzuela als Pitcher und Vinny Castilla. Auch im Boxen gibt es einige erfolgreiche  Vertreter des Landes und die Golferin Lorena Ochoa ist für viele mittlerweile auch ein Idol.

Auch bei Olympischen spielen waren die Sportler des Landes oft mit Gold erfolgreich, Medaillen gab es in der Vergangenheit u.a. im Boxen, Reiten und Wasserspringen. 1968 blickten alle Augen der Welt nach MexicoCity, als dort die neunzehnten Olympischen Spiele der Neuzeit mit 17 Weltrekorden stattfanden. Bis heute ist Bob Beamons (USA) Weitsprung mit 8,90 m “ins nächste Jahrhundert” als Olympischer Rekord nicht gebrochen worden.

 

Charreada und Charros

Seit dem die ersten Pferde, im Stoßtrupp von Hernán Cortes Mexikanischen Boden betraten, wurden sie und ihre Reiter zu einen entscheidenen Element in der mexikanischen Geschichte. Wahrscheinlich wäre ohne sie, das Aztekenreich in nicht so kurzer Zeit untergegangen aber die Pferde waren auch treue Gefährten und Kämpfer, der Revolutionäre von Mexico; ein Emilio Zapata oder ein Pancho Villa ohne Pferd – kaum vorstellbar.
Das Pferd bedeutete Macht und Ansehen und deshalb wurde den Indianern und Mestizen, in den ersten Jahrzehnten nach der Eroberung verboten, eines zu besitzen oder gar zu reiten. Das Gesetz wurde aber schon bald konsequent ignoriert und unterlaufen, zum einen, weil die Söhne indianischer Mütter und spanischer Väter nicht einsahen, warum ihnen was verwehrt wurde, was ihre Väter durften und zum anderen, da bedingt durch die Größe des Landes, bei der Viehhaltung Pferde unabdingbar waren.
Es reichte nicht, wenn der Haciendabesitzer ein Pferd reiten konnten, auch seine Arbeiter (überwiegend Mestizen) mußten reiten können.
Nachdem sich auf Seiten der Indianern und Mestizen, die anfängliche Scheu vor diesen bisher unbekannten Tier gelegt hatte, wurden sie zu begierigen Schülern und anschließend zu Meister in der Kunst des Reiten. In den Landesteilen mit weiten Ebenen, verbreitete sich schnell eine ausgedehnte Viehhaltung. Die Tiere verwilderten sich bald und breiteten sich oft über die Grenzen der Haciendas hinaus. Dies machte es nötig, daß fähige Männer sie auf dem Pferd verfolgten, zusammen trieben und sie zu einen Platz brachten, den sie “Rodeo” nannten. Auf diesen Platz wurden sie sortiert und Jungtiere wurden mit den Brandeisen der Hacienda markiert.
Zu ihrer Arbeit gehörte nicht nur das Brandmarken der Rinder, sondern auch die Sortierung der eingefangenen Wildpferde in potentielle Zug-, Last- und Reittiere. Mit der Zeit entwickelten sich die regelmäßig, standfindenden Zu- sammentriebe zu einen gesellschaftlichen Ereignis für Haciendabesitzer und Viehtreibern. Es wurde nicht nur gearbeitet sondern es fanden auch regelrechte “Fiestas” statt. Auf dem Rodeoplatz entwickelten sich Gruppen, deren Ziel es nicht nur war, die Arbeit zu machen, sondern auch schneller und geschickter zu sein als alle anderen. Dies waren die Anfänge der späteren Charreadas und sie fanden zuerst nur auf dem Land und nur zur Zeit des Viehtriebes statt.
Im 16. – 18. Jahrhundert entstanden unzählige Haciendas, die zum Teil bis in das 19. Jahrhundert bestanden. Ein Großteil der Haciendas verschwand aber während und nach der mexikanischen Revolution. Unzählige Haciendabesitzer wurden enteignet, das Weideland an mittellose Bauern verteilt oder mußten in der Zeit der Weltwirtschaftskrise aufgegeben werden, da sie unrentabel wurden. Viele der ehemaligen Vorarbeiter, Viehtreiber und Stallburschen der Haciendas zog es in der Städte, wo sie andere Arbeit fanden. Nur das sie dort immer noch mit einer Nostalgie in ihren Herzen, den alten Zeiten auf der Hacienda und den jährlich stattfindenden Wettkämpfen während des Viehtriebes nachtrauerten.
So kam es, daß sie sich in sogenannten Asociaciones de Charro versammelten und die Wettkämpfe organisiert weiterpflegten. Diese Charrovereinigungen, veranstalteten sogenannte “Charreadas” ein nicht nur von der Einheimischen Bevölkerung gern gesehendes Spektakel, die sich in den letzten Jahrzehnten zu einen regelrechten Nationalsport entwickelten. Der Wettkampfplatz besteht aus einem “lienzo” einer 12 x 60 Meter langen Laufstrecke und einer Arena mit mind. 40 Meter Durchmesser. Die Charreada beginnt mit einer Parade der antretenden Mannschaften in Begleitung der berittenen Frauengruppe.
Beim Einritt in die Arena wird auch die mexikanische Nationalflagge von einem Reiter gehalten und alle anwesenden geben ihr, während der Eröffnungszeremonie die Ehre. Nach dem sich die gesamte Mannschaft vorgestellt hat, verschwindet der größte Teil wieder in den Hintergrund und es stellen sich die Charros auf, für die erste Vorführung auf.
Alle Vorführungen werden gepunktet und die Mannschaft mit der höchsten Punktzahl geht als Sieger heraus. Es werden aber auch Punkte gesammelt, da nicht nur an einen Tag sondern das ganze Jahr über Charreadas statt finden.

La Cala de Caballo

Bei dieser Disziplin zeigt man dem Publikum, wie gut das Pferd den Anweisungen des Reiters gehorcht. Mal mit und mal ohne Zügelführung müssen die Pferde einen Pakur durchschreiten, in den Trapp, in den Galopp und wieder in den Stand gebracht werden. Besonders beklatscht ist die Vorführung, in der das Pferd im vollen Galopp durch die “lienzo” in die Arena rennt, um an einen bestimmten Punkt abrupt zum stehen gebracht zu werden. Dabei entsteht eine regelrechte Staubwolke hinter der Reiter und Pferd fast verschwinden. Anschließend muß das Pferd rückwärts zum Startpunkt zurück gehen. Von dort aus geht es wieder zurück in die Arena und es folgt eine Übung, die sich “dar los lados” nennt, bei der das Pferd einige male in die eine, dann in die andere Richtung seitlich trappt.

Pialar

Bei “Pialar” muß man die Hinterläufe des Tieres mit dem Lasso einfangen, ohne das Tier zu Seite zu reißen. Ziel ist es, mit dem Lasso dem Tier lediglich die Geschwindigkeit zu nehmen und es zu stehen zu bringen. In den offiziellen Wettkämpfen ist jeweils nur ein “Pialador” zugelassen; hingegen bei “Freundschafts” Wettkämpfenen werden bis zu drei “Pialadores” zugelassen. Jeder hat drei Versuche frei und tauscht dabei jeweils seine Position innerhalb der Arena. Sollte das Seil reißen, was äußerst selten vor kommt, wird der Versuch nicht gezählt. Wird aber das Seil losgelassen, weil das Pferd zu heftig zieht, hat der Lassowerfer den Versuch verloren.
Die Art, wie der Lassowerfer das Seil schwingt ist unterschiedlich und wird auch entsprechend des Schwierigkeitsgrades unterschiedlich hoch gewertet. Letztendlich ist aber immer entscheidend, daß der das Tier ausschließlich an den beiden Hinterläufen mit dem Lasso zu fangen kriegt.

El Coleadero

Diese Vorführung gehört zu den schwierigsten und spektakulärsten Vorführungen während der Charreada. Sie entstand mehr als Zufall, als aus einer Absicht heraus. Man erzählt sich, daß auf einer Hacienda einer der Viehtreiber in Rage geriet, als er sah, wie eines der mühsam eingesammelten Tiere, sich wieder von der Herde entfernte. Daraufhin schwang er sich auf ein Pferd und riet im wilden Galopp dem Rind hinterher, ergriff es am Schwanz und warf es zur Seite auf dem Boden. Als das Tier benommen wieder auf die Hufe kam, schritt es lammfromm wieder zur Herde zurück. Die anderen Viehtreiber amüsierten sich königlich und beschlossen, diese Art des “Viehfangs” bei ihren jährlichen Zusammenkünften zu wiederholen. Bei den Charreadas gibt es je Mannschaft drei bis fünf dieser “Coleadores”. Jeder hat drei Versuche frei. Die höchste Punktzahl erhalten die Würfe, die innerhalb der kürzesten Strecke erbracht werden. Alle Würfe die außerhalb einer bestimmten Markierung gemacht wurden, werden annulliert.
Der Werfer, “Coleadores” wartet seinen Turnus ab, den er mit einen Gruß an der Hutkrempe des Sombreros beginnt. Im wilden Galopp verfolgt er das Tier, in dem Moment wenn er ungefähr mit den Beinen in der Höhe des Rindes ist, bückt sich der Charro, ergreift den Schwanz, bindet diesen mit einem Schwung um Steigeisen und Stiefel, um anschließend mit einer heftigen Bremsung des Pferdes, das Tier zu Boden zu reißen.

Jineteada de Toro und Terna

Diese zwei Vorführungen werden hintereinander gezeigt. Sie beginnt mit dem Ritt auf einen wilden Stier. Der Reiter hat maximal vier Minuten Zeit auf das Tier auf zu sitzen und eine gewissen Zeit auf ihm zu bleiben. Hierzu wird das Tier in einem engen Gatter, das an die Arena anschließt mit Seilen gehalten. Der Reiter darf sich nur an dem Seil festhalten, daß um den Stier geschlungen ist. In den Moment, wenn er auf ihn zum sitzen kommt, wird das Gatter geöffnet. An den Ritt auf dem Stier schließt sich die “Terna” an, hierbei haben drei Charros maximal acht Minuten Zeit, den Stier mit dem Lasso einzufangen, zu binden und wieder von den Fesseln zu lösen.
Zuerst versucht man das Lasso um den Kopf oder um die Hörner zu bekommen, anschließend versucht man ihn an den Hinterläufen zu bekommen, damit er zu Boden fällt, wo er dann an den Beinen gefesselt werden kann. Nachdem die Fesseln ordnungsgemäß sitzen, müssen sie auch sofort wieder gelöst werden, erst dann ist die Vorführung abgeschlossen und es wird gepunktet.

Jineteo de Yeguas

In den Vereinigten Staaten werden Wildpferde als Mustangs bezeichnet, während sie in Mexiko und in Südamerika als Yeguas bekannt sind. Wärend der Charreada werden wilde Stuten nicht nur mit dem Lasso gefangen, sondern auch geritten. Bei dieser Vorführung, die man als “Jineteo de Yeguas” bezeichnet hat der Reiter maximal vier Minuten Zeit, innerhalb er Absperrung aufzusitzen und in der Arena auf dem Pferd sitzen zu bleiben.
Die Regeln sind gleich, wie beim Ritt auf dem Stier. Er darf sich nur an dem Seil, das um das Pferd geschlungen ist festhalten. Auch wärend er auf innerhalb der Absperrung versucht auf dem Pferd aufzusitzen, darf er sich nicht am Zaun halten, sondern nur am Pferd selbst oder dem Seil. Die Vorführung auf dem Wildpferd ist nicht mindergefährlich, als die auf dem Stier und auch hier holen sich viele Charros nicht nur blaue Flecken.

Manganas

Für diese Vorführung stehen dem Charro, drei Helfer und drei Versuche zur Verfügung. Innerhalb von 8 Minuten muß er ein Pferd, nur an der Vorderläufen, mit dem Lasso fangen. Der Fänger stellt sich in 4 Meter Entfernung vom Gatter entfernt auf und seine drei Helfer treiben das Pferd in die richtige Position, damit er es mit dem Lasso fangen kann. Er muß beide Vorderläufe gleichzeitig mit dem Lasso fangen. Der Versuch wird gezählt, in dem Moment, wenn er anfängt das Lasso zu schwingen, dann muß er es werfen oder er verliert den Versuch.

El Paso de la Muerte

Diese Vorführung zählt mit dem Wurf des Stieres am Schwanz zu den gefährlichen Kunststücken. Ein Reiter hat drei Versuche frei, von seinem gesattelten Pferd, während des Galopps auf ein ungezäumtes Wildpferd umzusteigen. Ihm stehen drei Gehilfen zu Verfügung, die dafür sorgen, daß das Wildpferd in die richtige Position zum Charro kommt, damit er es besteigen kann. Wenn er einmal drauf sitzt darf er sich nur an der Mähne des Tiere festhalten und er muß möglichst so lange drauf bleiben bis sich das Tier halbwegs beruhigt und zum stehen kommt.

La Escaramuza

Im Jahre 1953 formatierte sich auf der “Rancho del Charro” in Mexiko Stadt, die “Escaramurza”. Dabei handelt es sich um eine Art von “berittenes Damenballett” in der Tracht der “Adelita”. Sie reiten, unter musikalischer Untermalung Quadrillen in Gruppen bis zu 20 Reiterinnen. Die Vorführungen der Damenmanschaften erfreuen sich heutzutage, wachsender Beliebtheit beim Publikum und es gibt auch, wie bei den Männern regelrechte Wettkämpfe zwischen den verschiedenen Vereinigungen.
Im Damensattel demonstrieren die Reiterinnen ihre Reitkunst in besonderen Vorführungen. Wer einmal versucht hat sich in einen Damensattel auf einen Pferd zu halten, kann nachvollziehen, was für ein Talent und Ausdauer es bedarf die unterschiedlichen Übungen zu absolvieren. Die “Fiesta de Charro” hat seinen krönenden Abschluß mit dem Tanz der “Jarabe Tapatio”. Einen Tanz der aus Jalisco stammt und für alle Menschen der Inbegriff des mexikanischen Folkloretanzes wurde. Er wird vorgeführt von einem Charro und einer Frau in der Tracht der “China Poblana”.

Religionen in Mexiko

Neben der wichtigsten Religion, der Römisch-Katholischen Kirche spielen auch andere Religionsgemeinschaften durchaus eine entscheindende Rolle in Mexico.

Katholiken

Fast 90% der Mexikaner sind Katholiken und somit gehört Mexiko nach Brasilien zur zweitgrößten katholischen Nation. Trotzdem herrschte über mehr als ein Jahrhundert (1857-1992) eine sehr strikte Trennung zwischen Staat und Kirche. Die Besuche des Papstes 1979 und 1990 waren nicht einfach da Mexiko nicht einmal diplomatische Beziehungen zum Vatikan pflegte.

In den staatlichen Schulen gibt es keinen Religionsunterricht und niemand bekommt Kirchensteuern vom Gehalt abgezogen. Außer Weihnachten (25. Dezember) und Ostermontag gibt es keine kirchliche Festtage, die auch arbeitsfreie Feiertage sind. Wenn man sich kirchlich Trauen oder seine Kinder taufen lassen will, so ist das eine Dienstleistung die extra bezahlt werden muß. Die Kirche lebt von Spenden und so kommt es, daß dort wo arme Menschen leben auch die Gemeindekirche nicht viele Ressourcen hat. Die konsequente Trennung von Staat und Kirche war die Reaktion des Staates, auf die Tatsache das sich die katholische Kirche bis 1857 fast die Hälfte des mexikanischen Staates einverleibt hatte. Sie war wie ein Staat im Staat, der sich der ordentlichen Gerichtsbarkeit entzog und der neben umfangreichen Ländereien auch das gesamte Bildungswesen unter Kontrolle hatte.
Diese starke Position im Staate läßt sich bis auf die Conquista (Eroberung) Mexikos zurückführen. Als die damaligen Päpste, die Eroberung und Unterwerfung der Völker Amerikas unter der Bedingung der Christianisierung billigten. Es kamen, legalisiert durch die katholische Kirche Horden von Gold- und machtgierigen Konquistatoren ins Land. Sie folterten und mordeten, alles unter dem Deckmantel der Christianisierung, so daß sie jedes Menschenopfer der Azteken in den Schatten stellten. Die Conquista bekamen sogar noch erhebliche Unterstützung von den Inquisitoren, die jeden “Ungläubigen” verfolgten und auf die Scheiterhaufen zerrten. Zur ersten öffentlichen Verbrennung eines Menschen kam es 1535, als der Inquisitor Zumárraga den Enkel des Aztekenkaisers Netzahualcóyotl auf den Scheiterhaufen brachte, weil er sich weder zum katholischen Glauben, noch den Conquista unterwerfen wollte.

Protestanten

Daneben gibt es einige Prostestanten in Mexiko. Obwohl sich im Landesdurchschnitt nur 7,5 % der Bevölkerung zu ihnen bekennen, ist ihr Anteil in den letzten 5 Jahren regional (u.a. in Chiapas) schon auf bis zu 10% gestiegen. Hierbei handelt es sich u.a. um die Anglikanische Kirche von Mexiko und um Protestanten, die kleineren Gruppen und Freikirchen angehören. Sie haben ihre Wurzeln zum Teil in Guatemala, wo sie schon viele insbesondere Indigene missioniert haben.

 

Weitere Religionen sind u.a. Juden, Muslime und Mennoniten.

 

Was ist Lateinamerika?

Mit dem Begriff Lateinamerika werden die Spanisch- und Portugiesischsprachigen Staaten Amerikas von den Englisch- und Französischsprachigen Ländern unterschieden. Teilweise wird der Begriff auch weiter gefasst und Länder wie Belize oder Jamaika, die englischsprachig sind, hinzugezählt. Insbesondere in den USA ist man da nicht immer so genau.

Die Staaten Lateinamerikas befinden sich in Nordamerika (Mexiko), Mittelamerika (Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua und Panama), der Karibik (Dominikanische Republik, Kuba, Puerto Rico) und Südamerika (Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Paraguay, Peru, Uruguay, Venezuela).

Der Begriff “Latein” bezieht sich auf den romanischen Sprachen zugrundeliegende Latein und signalisiert Spanisch und Portugiesisch in diesem Zusammenhang. Dominante Sprachen in den lateinamerikanischen Staaten sind Portugiesisch (als Brasilianische Variante) und Spanisch (Castellano; in allen anderen Staaten).

Daneben werden noch Englisch, Deutsch und Italienisch vereinzelt gesprochen. Deutsch findet man noch in Süd-Brasilien, Chile und in einigen Siedlungen Paraguays, Argentiniens und Venezuelas. Oft sind die Deutschsprachigen Mennoniten, die einen eigenen Dialekt sprechen, die Messen aber in Hochdeutsch abhalten.

Italienisch ist besonders noch in Argentinien und Uruguay verbreitet, zumal diese Länder die Italiener als stärkste Einwanderergruppe haben. Allen Ländern der Region ist gemein, dass sich mit deutlicher Mehrheit römisch-katholisch geprägt sind, wobei in den letzten Jahren auch protestantische Kirchen und Freikirchen Zuwächse verzeichnen.

Politisch arbeiten viele lateinamerikanische Staaten eng zusammen, u.a. im Mercosur und der OAS (Organisation amerikanischer Staaten) aber auch auf bilaterialer Ebene.