Saba, Sint Eustatius und Sint Maarten

Saba

Eigentlich gibt es die niederländischen Antillen seit 2010 nicht mehr. Der Inselverbund löste sich damals auf und die einzelnen Inseln gehen seitdem politisch unterschiedliche Wege.

hollandkarte
Karte der Niederlande

Saba, die mit 13 qkm Fläche kleinste bewohnte Insel wählte gemeinsam mit Bonaire und Sint Eustatius den Status einer Besonderen Gemeinde (bijzondere gemeente) ohne Provinzzugehörigkeit innerhalb der Niederlande.

Bekannt ist Saba auch wegen ihrer medizinischen Privatuniversität, der Saba University – School of Medicine, die in den Niederlanden, den USA und Kanada einen Namen hat.

 

Insel in der östlichen Karibik

Geografisch liegt Saba, zu den Inseln über dem Winde gehörend, in der östlichen Karibik zwischen Sint Maarten und Sint Eustatius. Die Insel besteht zum Großteil aus dem Vulkan Mount Scenery, der mit 877 m Höhe der höchste Berg der Niederlande ist.

Auf Saba leben knapp 1.400 Sabanesen, davon ungefähr 500 in der südwestlichen Hauptstadt Leverock, die eigentlich nur The Bottom genannt wird. Weitere Siedlungen sind St. Johns im Süden, Windwardside im Osten und Zions Hill im Nordosten der Insel. Die meisten Einwohner verwenden Englisch als vorherrschende Sprache, Niederländisch und Papiamentu sind weniger bis kaum verbreitet.

Als Währung fungiert der US-Dollar ($), der den Antillen-Gulden mit Beginn des Jahres 2011 ablöste. Wie viele Inseln der Karibik war auch hier Rum und Zucker wichtige wirtschaftliche Exportgüter. Bis heute bringen Urlauber gerne auch die Saba Spitzendeckchen als Souvenir mit nach Hause.

Besonders wichtig ist für Saba allerdings der Tourismus. Die tropische Insel ist insbesondere bei Tauchern und Ökotouristen ein Geheimtipp. Die Insel hat einen kleinen Flughafen (mit einer mal gerade 400 m langen Start- und Landebahn!) und wird über die Windward Island Airways mit Sint Maarten und Sint Eustatius verbunden.

Der Hafen Leo A. Chance Pier wird von Schiffen aus Sint Maarten regelmäßig angelaufen.

 

Urlaub auf Saba

Urlauber werden sich auf der Insel schnell wohlfühlen. Das Klima ist karibisch-tropisch und wird gemildert durch die kühlen Passatwinde aus Nordosten. Bezahlt wird unkompliziert mit dem US-Dollar und man spricht Englisch. Die Insel ist von Regenwald und artenreicher Flora und Fauna durchzogen.

Im Saba National Park findet man viele einheimische Tiere der Tropen. Giftige Tiere gibt es an Land eigentlich nicht, allerdings sollte man sich vor den vielen Mücken in Acht nehmen. Taucher lieben die Korallenriffe der Insel, der Saba National Marine Park schützt die Unterwasserwelt.

Ein Weg durch den Regenwald ermöglicht den Zugang vor Spitze des Mount Scenery, allerdings sollte man eine Vorliege für Stufen haben, denn es sind immerhin 1.064 Stufen zu überwinden.

1640 wurde die Insel von der Niederländischen Westindien-Kompanie in Besitz genommen, die Überbleibsel der ersten Siedlung aus dieser Zeit können noch heute in der Tent Bay besichtig werden. Natürliche Sandstrände gibt es zwar keine, aber zwei interessante Museen, nämlich das The Major Osmar Ralph Simmons Museum (The Bottom, Geschichte von Saba) und das Harry L. Johnson Museum (Archäologie und Ureinwohner).


 

Sint Eustatius

Genauso wie Bonaire und das benachbarte Saba ist Sint Eustatius (Spitzname: Statia) eine besondere Gemeinde der Niederlande. Dieser Status ermöglicht der Insel sowohl die Bindung an das Königreich der Niederlande, als auch weitgehende Autonomie.

Mit einer Fläche von 21 qkm ist sie eine der kleineren Inseln der Karibik, allerdings größer als Saba. Ungefähr 3.000 Menschen leben hier (wobei dies in den wirtschaftlich florierenden Zeiten auch schon einmal 20.000 Menschen waren!), die neben Englisch meist auch Niederländisch sprechen. Papiamentu ist dagegen, im Gegensatz zu Bonaire hier kaum verbreitet.

Südlich von Sint Eustatius liegt das unabhängige St. Kitts und Nevis, nördlich ist das zu Frankreich gehördende Saint-Barthelemy positioniert. Die Insel gehört zu den Leeward Islands und den Inseln über dem Winde. Damit liegt Statia durchaus im Bereich der tropischen Wirbelstürme und kann während der Saison (in der Regel hier Juli – Oktober) von Hurrikanen heimgesucht werden.

 

22. Mal den „Besitzer“ gewechselt

1493 wurde Sint Eustatius von Christoph Kolumbus entdeckt und war zwischen verschiedenen Kolonialmächten umstritten (sie wechselte bis heute ganze 22. Mal den „Besitzer“). Ab 1638 machte die Niederländische Westindien-Kompanie die Insel zur Kolonie der Niederlande. Reichtum entstand insbesondere durch den florierenden Zuckeranbau, wobei später auch Umsatz mit Waffenverkäufen an die amerikanischen Kolonien gemacht wurden.

Am 16. November 1776 wurde Sint Eustatius weltbekannt, denn ein US-amerikanisches Schiff wurde von Fort Oranje mit einem Kanonensalut begrüßt, womit damit die USA zum ersten Mal von einer fremden Macht anerkannt wurden. Die guten Handelsbeziehungen blieben allerdings nicht ohne Folgen und es kam zum Vierten Englisch-Niederländischen Krieg. Die Briten übernahmen die Insel im Februar 1781, verloren diese aber wieder an Frankreich und die Niederlande.

Nachdem die Niederländischen Antillen als Verbund aufgelöst wurden (Sint Eustatius hatte als einzige Insel mehrheitlich für den Erhalt gestimmt), kam die Insel zu ihrem jetzigen Status.

 

Sehenswürdigkeiten und interessantes auf St. Eustatius

Auf der Insel gibt es eigentlich nur zwei Ortschaften: die Hauptstadt von Sint Eustatius, Oranjestad (südlich vom Flughafen und nicht zu verwechseln mit der namensgleichen Hauptstadt von Aruba) und das benachbarte Concordia (nördlich vom Flughafen).

Im Südosten der Insel befindet sich der schlafenden Schichtvulkan, The Quill (immerhin 601 m hoch). An dessen Fuß befindet sich übrigens ein sehenswertes Botanischer Garten, namens Miriam C. Schmidt Botanical Garden. Besonders bekannt ist das karibische Eiland insbesondere auch für ihre hervorragenden Tauchmöglichkeiten im klaren Wasser und zwischen den Korallenbänken der Karibik sowie für die alten am Meeresboden liegenden Schiffswracks aus alten Zeiten.

Unter Wasser ergeben sich Einblicke in vulkanisches Gestein und kleine Canyons, die in der Region einmalig sind. Die bunte tropische Unterwasserwelt ist ebenfalls reizvoll und wird geschützt durch den St. Eustatius Marine Park. Ansonsten ist natürlich auch die tropische Natur und Tierwelt an Land beachtenswert, sie wird geschützt durch die St. Eustatius National Parks Foundation.

Auch die aufregende Kolonialzeit kann hier entdeckt werden und gerade in den letzten Jahren ist man bemühlt auch dieses kulturelle Erbe in Museen und mit Ausstellungen zu vermitteln.


 

Sint Maarten

Sint Maarten (auch St. Maarten) ist eines der ungewöhnlichsten politischen Konstrukte der Neuzeit. Die kleine Insel ist aufgeteilt zwischen einem niederländischen Teil (ca. 34 qkm) und einem größeren französischen Gebiet (ca. 53 qkm). Seit der Auflösung des Inselverbundes der Niederländischen Antillen ist Sint Maarten als autonomes Land genauso wie Aruba und Curacao sowie die Niederlande selbst ein Teil des Königreichs der Niederlande.

Warum die Inselgrenze so aufgeteilt ist, darüber gibt es einige Legenden. Unter anderem wird erzählt, dass es wohl einen Wettlauf zwischen einen holländischen und französischen Siedler zur Einteilung der Grenze gab. Während der Niederländer müde machenden Genever trank, motivierte sich der Franzose mit aufmunternden Rotwein und war schneller, weshalb der französische Teil heute der Größere ist.

 

Multikulturelle Insel

Tatsache ist, dass es die einzige Landgrenze zwei europäischer Länder außerhalb Europas ist, wobei diese nur mit Zeichen und Denkmälern markiert ist aber eigentlich nicht kontrolliert wird. Niederländisch und Englisch sind die wichtigsten Sprachen im südlichen (niederländischen) Teil.

Sint Maarten hat ungefähr 38.000 Einwohner und ist damit recht dicht besiedelt. Die Hauptstadt des niederländischen Teils ist Philipsburg (das französische Pendant ist Marigot), die besonders auch bekannt für den nahen Princess Juliana International Airport ist. Aufgrund der Enge der Insel ist der Flughafen nämlich ganz dicht am beliebte Maho Beach, wo die Flugzeuge bereits im Landesanflug sind. Diese Attraktion und auch der dabei entstehende Jetwind (vor dem mit Danger-Schildern gewarnt wird) zieht eher Urlauber ab, als dass sie abschreckt oder stört.

Es gibt aber natürlich auch andere Strände, wo man dieses Phänomen nicht hat und ganz in Ruhe den perlweißen Sandstrand und das ruhige, karibische Meer genießen kann. Selbstverständlich kann man auch hier schnorcheln und die einheimische, tropische Unterwasserwelt entdecken. Beliebte Strände sind die Dwan Beach, die Little Bay und Mulet Bay, aber es gibt es einsame, kleine Buchten mit ruhigerem Flair.

 

Keine Langeweile auf Sint Maarten

Philipsburg ist auch bekannt für den Karneval und andere Events. In der Stadt legen auch zahlreiche Kreuzfahrtschiffe an mit Tagestouristen, die gerne auch die Front Street die Hauptshoppingmeile besuchen. Historisch zeugen das Fort Amsterdam und das Fort Willem von der strategischen Bedeutung, die die Insel früher hatte. Westindische Architektur kann man am Gerichtsgebäude von Philipsburg bewundern.

Nach Sonnenuntergang geht das Leben teilweise erst richtig los und es gibt zahlreiche Diskotheken, Clubs und Bars. Alternativ kann man natürlich auch einmal einen Abstecher in den Norden nach „Frankreich“ unternehmen. Die Küche ist kreolisch, hat aber im Norden eher einen französischeren Touch. Grand Case im französischen Teil gilt als Gourmet-City mit zahlreichen Restaurants mit einheimischer aber auch italienischer, amerikanischer, asiatischer und orientalischer Küche. So bleibt es aufregend und Langeweile kommt auf der multikulturellen Insel nicht auf.

Die Hotels sind teilweise klein und familiär, es gibt aber auch riesige Ferienanlagen mit allerhand Zusatzangebot und Animation. Die Bandbreite auch bei den sportlichen Aktivitäten wie Wassersport ist hier sehr groß. Auch gibt es Möglichkeiten zu Reiten oder anderen sportlichen Aktivitäten nachzukommen. Das Klima auf Sint Maarten ist angenehm tropisch, allerdings liegt die Insel im Gegensatz zu den ABC-Inseln in der hurrikangefährdeten Zone der Karibik.