Kanada

Das in Nordamerika gelegene Kanada beeindruckt alleine schon mit seinem Umfang: mit einer Fläche von fast 10 Millionen qkm ist das riesige Land fast so groß wie der gesamte Kontinent Europa, hat dabei aber nur rund 35 Mio. Einwohner.

Damit ist der Staat, der das Ahornblatt zu seinem nationalen Symbol erkoren hat, ungefähr 28 mal so groß wie Deutschland – hat aber nicht einmal halb so viele Einwohner!

kanadische flagge
Flagge von Kanada

Diese Zahlen sprechen für sich und verdeutlichen, dass dieses riesige Abenteuerland für unendliche viele Reisen taugt.

Natürlich kann man auch in Europa menschenleere Gegenden entdecken, am ehesten noch wenn man sich auf den Weg nach Island oder Skandinavien begibt. Aber Kanada ist einfach eine Dimension größer. Etwas mehr wie 3 Einwohner leben hier im Schnitt pro Quadratkilometer (!) was es zu einem der am dünnsten besiedelten Länder weltweit macht.

Neben den Mounties, den typischen Polizisten in roter Uniform mit typischem Hut ist es für einige Dinge bekannt, u.a. seine riesigen Nationalparks, exzellente Wintersportgebiete, Eishockey, die Niagarafälle, Seen, Wälder, Elche & Bären, Angler- und Kanuparadies, Ahornsirup, die faszinierende Kultur der First Nations, die zerklüftete Landschaft und die oft menschenleeren Strände seiner Küsten.

Die Liste lässt sich natürlich noch fortsetzen.

Wenn man bedenkt, dass die meisten Kanadier an der Grenze zu den USA wohnen wird klar, das weite Teile des Landes nahezu menschenleer sind. Die Kanadier stammen zu einem großen Teil von Einwanderern aus Großbritannien und Frankreich ab. Hinzu kommen Menschen aus anderen Ländern Europas wie Deutsche, Italiener, Niederländer, Osteuropäer sowie in jüngerer Zeit Chinesen, andere Asiaten und anderen weltweiten Herkunftsländern. Nicht zu vergessen die First Nations, die das Land schon vor allen anderen besiedelten. Die Traditionen der ursprünglichen Herkunft wird in Kanada übrigens oft weiter gepflegt, was das Land von anderen Einwanderungsländern unterscheidet.

Weite Teil des Landes gehören aber quasi auch heute noch der Natur und der heimischen Tierwelt. Und damit ist man schnell bei einigen Hauptmerkmalen Kanadas wie etwa die faszinierende Naturlandschaft mit ausgedehnten Wäldern, Gebirgen, große Seen so groß wie europäische Länder. Was man aber nicht vergessen sollte, sind die pulsierenden Metropolen wie Toronto, Montreal und Vancouver!

 

Urlaub zwischen Bergen, Wäldern, Seen und Ozeanen

In Kanada findet man noch wirkliche Ruhe und Erholung. Wenn man in Europa in die Natur oder an einen See fährt, dann hat man auf der Hinfahrt einen Stau und muss vor Ort nach Parkplätzen suchen. Verzichtbare Phänomene, die in Kanada eher Seltenheitswert haben !

Diese überwältigende Natur zwischen den Fjorden British Columbias, den Bergen der Rocky Mountains, der Prärie, den ausgedehnten Nadelwäldern, der arktischen Tundra und den Großen Seen an der Grenze zu den USA ist wohl der wichtigste Charakterzug Kanadas. Aber nur einer der vielen Gründe, warum Urlauber hierhin reisen sollten. Wer das Land besucht, der kann schon ins Schwärmen kommen.

Das erklärt vielleicht auch den Titel der kanadischen Nationalhymne „O Canada“.

Man trifft in Kanadas Natur nicht nur Elche, Biber, Karibus, Wölfe, Bären und Moschusochsen. Genauso seltene Meeresbewohner wie Wale und Seehunde. Im hohen Norden des Landes leben Eisbären und andere arktische Bewohner. Kanada ist sich dieser Ressourcen bewusst und schützt die Flora und Fauna des Landes in 44 Nationalparks und etlichen anderen ökologischen Reservaten und Schutzgebieten.

Im den Sommermonaten erwacht die Natur aus dem langen Winter. Beliebt sind dann Wohnmobiltouren, da man dann mobil die einzelnen Ecken des Landes erkunden kann. Andere, egal ob Einheimischer oder Urlauber, machen eine Kanutour am Yukon oder den anderen Strömen. British Columbia ist ein vielbesuchtes Reiseziel. Die dortige Metropole Vancouver ist bekannt als eine der eindrucksvollsten und schönsten Städte der Welt.

Insbesondere die Lage an der zerklüfteten Küstenlandschaft, unweit der Berge und der kurze Weg nach Vancouver Island sind Gründe für einen Besuch der Stadt. Ebenfalls das bunte Kulturleben seiner Einwohner mit den jährlich zahlreichen Events.

In dieser Region gibt es einige hochinteressante Wintersportorte. Besonders Whistler ist seit der Winterolympiade 2010 weltbekannt.

Das Klima im Westen des Landes ist besonders an der Küste relativ mild. So zieht es im Alter immer mehr Kanadier in den „wilden“ und „warmen“ Westen. Zwar ist das Wetter hier oft regnerisch, aber die strengen Winter der Prärieprovinzen gibt es hier nicht. In Victoria B.C. fällt nur selten Schnee und mit ca. 2.200 Sonnenstunden ist es hier auch recht sonnenreich.

 

Leuchtende Farben im Indian Summer

Ein besonderer Tipp ist ein Besuch der Provinzen Quebec, Nova Scotia und New Brunswick während der Zeit des Indian Summers. Hier legen sich dann leuchtend-kräftige Herbstfarben über die üppigen Wälder. Bei klarer Herbstluft und langem Sonnenschein zeigt sich eine idyllische Märchenwelt, die noch dazu von Europa aus in wenigen Stunden per Flugzeug erreichbar ist.

Nicht zu vergessen ist die größte Stadt Kanadas: Toronto.  Der CN Tower ist das Wahrzeichen der Stadt am Ontariosee. Von hier aus ist man nicht nur schnell in den USA, sondern auch an den bekannten Niagarafällen. Ontario ist die bevölkerungsreichste Provinz des Landes. Aber keine Sorge: nach europäischen Maßstäben immer noch dünn besiedelt. Hier befindet sich Ottawa, die Hauptstadt Kanadas. Die Regierungsbauten der Stadt am Parliament Hill prägen das Bild und den Charakter dieser Region als politisches Zentrum des Bundesstaats.

Auf den Spuren von Anne of Green Gables kann man auf Prince Edward Island, der kleinsten Provinz des Landes wandeln. Viel Natur aber auch weite Ebenen und Farmland findet man in den Prärieprovinzen: Manitoba, Saskatchewan und Alberta. In dieser Region befinden sich nicht nur riesige Farmen und die Kornkammer Kanadas, sondern auch reiche Erdöllagerstätten, die den Provinzen den wirtschaftlichen Reichtum bescheren.

Touristisch ist besonders Alberta interessant: gerne besuchte Nationalparks sind hier der Banff National Park und der Jasper National Park.

Weiter nördlich findet man das Yukon Territorium, die Nordwest-Territorien und Nunavut. Diese drei Gebiete sind zwar keine Provinzen, sondern Territorien haben aber mittlerweile in vielen Bereichen den gleichen Status wie diese. In Nunavut haben seit 1999 die Inuit eine weitreichende Autonomie. Hier im äußersten Norden sind die Winter besonders hart und die Besiedlung selbst für kanadische Verhältnisse äußerst gering.

 

Quebec – ein Stück Frankreich in Nordamerika

Lebendiger geht es dagegen im südlichen Quebec zu. Wer ein Stück Frankreich in Nordamerika entdecken möchte, der sollte diese interessante Provinz besuchen. Quebec hat als einzige Provinz Kanadas eine mehrheitliche frankophone Bevölkerung und nur Französisch als Amtssprache definiert. Die Québécois vertreten stolz ihre Kultur und pflegen ihre eigenen Traditionen als Frankokanadier.

Hin und wieder kommen auch schon einmal separatistische Tendenzen auf, aber letztlich haben entsprechende Abstimmungen in der Vergangenheit immer zum Verbleib Quebecs in Kanada geführt. Es folgten außerdem politische Zugeständnisse des kanadischen Bundes an die Provinzregierung.

Ein glücklicher Zufall ist in diesem Zusammenhang, dass der Name des Landes sowohl auf Englisch als auf Französisch „Canada“ ist.

In der Provinz Quebec befindet sich auch die Metropole Montreal, die 1976 Olympiastadt war. Die Skyline der Stadt ist beeindruckend und dient so manchem Regisseur als Kulisse für New York. Warum? Einfach, weil sich hier entspannter arbeiten und leben lässt. Aber nicht nur nach oben wächst Montreal: die Untergrundstadt (RÉSO bzw. La Ville Souterraine) sollte man ebenfalls besuchen.

Kleiner als Montreal ist die Hauptstadt der Provinz, Quebec-Stadt (Ville de Québec) am für Ostkanada so wichtigen Sankt-Lorenz-Strom. Mit seiner sehenswerten Altstadt und den intakten Festungsanlagen (einmalig in Nordamerika und seit 1985 Weltkulturerbe der UNESCO) ist es Anziehungspunkt für nordamerikanische Liebhaber des alten Kontinents. Ins Auge springt dem Besucher dabei das bekannte Château Frontenac und die pittoresken französischen Häuser. Französische Küche und Musik machen die Kulisse hier ziemlich europäisch.

Hier findet man Savoir-vivre und so mancher Kanadier und Amerikaner kommt hierher um Europa und Amerika gemeinsam an einem Ort zu erleben. Es gibt nur wenigen Stellen auf den beiden Kontinenten, wo dies so charmant gelingt wie hier.

Man merkt es schnell: Kanada ist nicht nur ein landschaftliches Naturparadies und Urlaubsland, sondern auch eine vielfältige Gesellschaft mit unterschiedlichen Kulturen und faszinierendem Metropolen.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Urlaub in Kanada!

 

Kanada-Informationen

Kanada ist ein ausgedehntes und vielfältiges Land, da kann es nicht schaden das Wichtigste einmal kurz gefasst zusammenzutragen.

Wie für jedes Land ist die Nationalflagge ein identitätsstiftendes Element. Die kanadische Flagge heißt auf Englisch Maple Leaf Flag (Ahornblattflagge) und auf Französisch L´Unifolié (die Einblättrige). Seit dem 15. Februar 1965 ist sie die offizielle Flagge des Landes, sie wurde durch eine Kommission ausgewählt und stammt von George Stanley.

karte von kanada
Karte der kanadischen Provinzen und Territorien.

Vor ihrer Einführung verwendete das Land den Red Ensign (Handelsflagge Großbritanniens) ergänzt mit dem kanadischen Wappen. Die Einführung der Ahornblattflagge war damit ein weiterer Schritt in mehr Unabhängigkeit vom ehemaligen Mutterland.

Kanada wird im Osten durch den Atlantischen Ozean (Atlantik), im Westen durch den Pazifischen Ozean (Pazifik) und im Norden durch den Arktischen Ozean (Arktik) begrenzt. Einziger Nachbar auf dem Landweg sind die Vereinigten Staaten (USA). Der Großteil der Bevölkerung lebt im südlichen Teil des Landes meist nur wenige Kilometer von den USA entfernt. In diesem Bereich befinden sich auch die meisten Metropolen. Wichtigste Städte sind u.a. Toronto, Montreal, Vancouver, Victoria, Calgary, Edmonton, Regina, Winnipeg, Ottawa und Halifax. Die nördlichste Großstadt des Landes ist Edmonton in Alberta, dass damit ebenfalls eher untypisch im Zentrum der Provinz liegt.

Kanada, das nach Russland zweitgrößte Land der Erde ist aufgeteilt in zehn Provinzen und drei Territorien. Die einwohnerstärkste Provinz ist Ontario gefolgt von Quebec und British Columbia. Die flächenmäßig kleinste Provinz ist Prince Edward Island. Die jüngste Provinz ist Neufundland & Labrador (bis 2001 hieß sie nur Neufundland). Sie wurde auch verhältnismäßig spät an Kanada angegliedert und war bis 1949 ein eigenständiges Dominion.

 

Das Wichtigste

auf einen Blick…

Name Canada
Fläche 9,985 Mio. qkm (Vergl. Deutschland 357.111 qkm)
Einwohner ca. 35 Mio. (Vergl. Deutschland ca. 82 Mio.)
Einwohner/ qkm ca. 3,5 (Vergl. Deutschland ca. 230)
Hauptstadt Ottawa
Amtssprachen Englisch, Französisch
weitere Sprachen Sprachen der Ureinwohner, Sprachen verschiedener Einwanderergruppen (Chinesisch, Italienisch, Deutsch etc.)
Ethnien Britischer, französischer, italienischer, deutscher, niederländischer, osteuropäischer oder asiatischer Abstammung. Ureinwohner (First Nations, Inuit), Métis.
Religionen Katholiken, Protestanten (United Church of Canada, Anglikaner, Baptisten, Lutheraner, Presbyterianer, Mennoniten), Orthodoxe, Moslems, Juden, Buddhisten, Hindus, Sikhs, Mormonen, Zeugen Jehova, Bahai.
Staatsform Parlamentarische Monarchie mit britischem Monarch als Staatsoberhaupt (vertreten durch einen Generalgouverneur)
Regierungschef Premierminister
Parlament Parliament of Canada/Parlement du Canada mit zwei Kammern (House of Commons/Chambre de Communes; Senat)
Verwaltung Bundesstaat mit 10 Provinzen und 3 Territorien
Mitgliedschaften UNO, NAFTA, NATO, Commonwealth of Nations, OAS, OPEC, WTO, OECD, G8, APEC
Unabhängigkeit 1867 eigenständiges Dominion, formelle Unabhängigkeit von Großbritannien jedoch 1982 (Verfassungsgesetz von 1982)
Nationalhymne O Canada (mit frz. und engl. Text)
Währung Kanadischer Dollar = 100 Cent
Wirtschaft Rohstoffförderung und -verarbeitung (Holz, Erdöl, Erdgas, Uran, Nickel, Kupfer, Gold, Eisenerz, Aluminium, Diamanten etc.), Wasser- und Windkraft, Landwirtschaft (Getreide, Fischerei), Dienstleistungen (Banken, Versicherungen, Tourismus, Medien), Industrie (IT, Automobil, Papier, Chemie)
Human Development Im weltweiten Ländervergleich des HDI 2014 belegte Kanada Platz 8.
Kfz-Kennzeichen CDN
Internetendung .ca
Zeit -3,5 (Ostküste) bis -8 (Westküste) zu UTC

 

Bevölkerung

Mit einer Bevölkerungszahl von ca. 35 Mio. ist Kanada, der zweitgrößte Staat der Erde, äußerst dünn besiedelt (noch dünner als z.B. Argentinien oder Uruguay). Trotzdem gibt es hier natürlich auch Millionenstädte wie Toronto oder Montreal. Die meisten Kanadier leben an der Grenze zu den USA, fährt man weiter nördlich wird es bis auf wenige Zentren aber nahezu menschenleer und man findet viel Platz für Landschaft und Tierwelt.

Kanada ist ein klassisches Einwanderungsland und bis heute im Vergleich zu vielen anderen Einwanderungsländern recht liberal was den Zuzug von Neubürgern angeht. Größte Einwanderergruppen waren in der Vergangenheit Menschen von den Britischen Inseln und Frankreich. Die Franzosen siedelten sich vornehmlich in Quebec und den Atlantikprovinzen in Ostkanada an.

Weitere wichtige Herkunftsländer der heutigen Kanadier waren Italien, Deutschland und die weiteren deutschsprachige Länder sowie die Niederlande, Osteuropa und Nordeuropa. In den letzten Jahren wählten verstärkt auch Zuwanderer aus Asien, insbesondere VR China und Hongkong das Land als ihre neue Heimat. Ebenfalls zogen zahlreiche Inder nach Kanada, sowie Menschen aus Lateinamerika und der Karibik.

Da Kanada traditionell in politischen und wirtschaftlichen Fragen gemäßigter als die USA ist, siedeln hin und wieder auch einige US-Amerikaner nach Kanada über.

Neben diesen Einwanderergruppen gibt es noch viele kleinere Volksgruppen, insbesondere die indigenen Ethnien, die auch First Nations genannt werden. Dazu kommen noch die Inuit in der Polarregion, die mit Nunavut ein eigenes Territorium haben. Erwähnenswert sind auch die Métis, eine Mischbevölkerung aus Nachkommen von Europäern und Indianern.

 

Englisch und Französisch

Kanada ist seinen Ethnien gegenüber recht liberal und fördert im Gegensatz zu anderen Einwanderungsländern auch die Beibehaltung der Kultur und Traditionen der Einwanderer. Vielleicht ist dies auch neben den wirtschaftlichen Bedingungen ein Grund, warum Kanada so ein beliebtes Zielland zum auswandern ist.

Trotz dieser relativ liberalen Haltung erwartet der Staat und die Gesellschaft allerdings eine möglichst schnelle Erlernung der Amtssprachen (Englisch, Französisch). Wer dauerhaft in Kanada leben will, der muss entsprechende Kenntnisse besitzen. Im Idealfall sollte man Sprachkenntnisse in beiden Sprachen besitzen, wenn man sich außerhalb von Quebec und New Brunswick ansiedelt, reichen allerdings auch solide Englischkenntnisse.

Den Status des Französischen sollte man allerdings nicht unterschätzen. Zwar spricht nur ein Fünftel der Kanadier Französisch als Muttersprache, aber unter anderem das Amtssprachengesetz (engl. Official Languages Act, frz. Loi sur les langues officielles) garantiert die offizielle Zweisprachigkeit im Parlament, der Gesetze, der Justiz und der Bundesverwaltung und deren Dienstleistungen.

Französischsprachige Minderheiten existieren auch in Ontario, wo einige Gemeinden dem Französisch den Status einer zweiten Amtssprache einräumen. Ebenfalls bedeutende Minderheiten von frankophonen Sprechern findet man in Alberta und Manitoba. In Ontario und Manitoba ist Französisch auch gleichberechtigt im Provinzparlament zu verwenden.

Bei aller englischsprachigen Dominanz ist es in ganz Kanada immer von Vorteil auch etwas Französisch zu sprechen.

 

Deutsche in Kanada

Obwohl in Kanada nur Englisch und Französisch Amtssprachen sind, wird Deutsch noch von ca. 1,5 % der kanadischen Bevölkerung gesprochen. Das entspricht knapp einer halben Millionen Kanadier. Auch wird Deutsch als Fremdsprache angeboten. Viele Deutsche sind in den vergangenen Jahrhunderten nach Kanada ausgewandert. Dabei findet man Deutschstämmige in nahezu allen Provinzen des Landes. Ursprünglich stammten diese nicht unbedingt aus Deutschland, sondern auch aus Österreich-Ungarn (dazu zählen neben Österreichern auch deutschstämmige aus den heutigen Balkanländern), der Schweiz, dem Elsass, Südtirol und besonders auch Russland.

Besonders auch die aus Russland stammenden Mennoniten sind bis heute ihrem Glauben und Traditionen treu geblieben. Man findet sie besonders in Ontario, aber auch in Manitoba und Saskatchewan. Auch nach den beiden Weltkriegen kam es zu Einwanderungswellen aus Europa, besonders auch aus deutschsprachigen Ländern oder Deutschsprachigen aus Osteuropa nach Kanada.

Als älteste deutsche Siedlung in Kanada gilt Lunenburg (es wurde 1753 von deutschen Siedlern gegründet) in Nova Scotia, dass mit seinen bunten Holzhäusern übrigens zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt.

Bis heute stellen die Deutschstämmigen (auch Deutschkanadier genannt) die drittgrößte Einwanderergruppe des Landes. Wie aber auch in den USA sind die Deutschen sehr gut integriert (manche Gegner dieser Tatsache nennen es „zu stark angepasst“), so dass man die alten, typischen deutschen Traditionen im Gegensatz zu anderen Volksgruppen eher zurückhaltend wahrnimmt. Oft wissen die Deutsch-Kanadier durchaus noch, aus welchen Regionen ihre Vorfahren kamen, sei es aus Bayern, Schwaben oder der Nordeifel.

Es gibt aber auch in Kanada noch regelmäßig deutsche Feste, Vereine, Zeitungen und andere lokale Traditionen. Das bekannteste Oktoberfest in ganz Nordamerika ist zum Beispiel das Kitchener Waterloo Oktoberfest in Ontario. Hier wird neun Tage lang mit Bratwurst, Bier und deutscher Musik und Trachten gefeiert. Maskottchen ist Onkel Hans, der auch bei der Thanksgiving Parade durch die Stadt zieht. Außerdem gibt es in Kitchener auch einen typisch deutschen Christkindlmarkt zur Weihnachtszeit.

Es gibt auch eine große Gruppe Deutschkanadier in Alberta, die mit dem „Albertaner“ sogar eine monatlich erscheinende Zeitung besitzen. Auch andernorts findet man einige deutschsprachige Medien, wobei diese meist mit kleiner Auflage erscheinen und regional begrenzt sind.

Mennonitische Zeitungen sind z.B. „Der Bote“ und „Die Mennonitische Post“ sowie die „Mennonitische Rundschau“. Weitere Zeitungen auf Deutsch sind die „Deutsche Presse“, die als eine der größten Zeitungen für Deutsche in ganz Nordamerika gilt, sowie die „Deutsche Rundschau“ und das „Canada Journal“. Die „Pazifische Rundschau“ kommt aus British Columbia und erscheint alle zwei Wochen.

 

Medien

In Kanada gibt es eine breite Medienlandschaft, sowohl englisch- als auch französischsprachiger Informationsmedien. Die meisten Zeitungen sind von regionalem oder provinzialem Charakter. Bekannte englischsprachige Zeitungen sind u.a. der Toronto Star, The Edmonton Sun, Vancouver Sun, Halifax Courier und Calgary Herald.

Der Toronto Star wird zwar nur in Ontario verteilt, ist aber die auflagenstärkste Zeitung des Landes. Sie erscheint bereits seit 1892, und wird heute werktäglich angeboten. Die Auflage liegt bei 400.000 Exemplaren. Nach dem Toronto Star ist The Globe and Mail die zweitstärkste Zeitung des Landes. Diese wird landesweit in sechs Städten gedruckt. Ebenfalls sehr stark ist die als konservativ geltende National Post.

Französischsprachige Zeitungen sind unter anderem Le Devoir, Montreal Gazette und Le Journal de Montreal (alle aus Montreal).

Es  gibt auch einige deutschsprachige Medien wie die Deutsche Presse, Albertaner und die Deutsche Rundschau. Die öffentliche-rechtliche Sendeanstalt heißt CBC, es sendet in Englisch (CBC Radio One, 2, 3) und Französisch (Premiere Chaine, Espace Musique, Bande a parte) sowie in acht Sprachen der Ureinwohner des Landes. Die TV-Sender sind CBC Television (englisch) und Radio-Canada Television (französisch).

Als das Fernsehen 1952 eingeführt wurde, war CBC der wichtigste Sender und regulierte den Markt. Mit dem Broadcasting Act 1958 wurde es für private Sender nun einfacher, denn das Board of Broadcast Governors entschied über die Zulassung. Heute entscheidet die Canadian Radio-Television and Telecommunications Commission (CRTC) über die Zulassung neuer Sender.

 

Privatsender und Einfluss der US-Medien

Für Radiohörer im Ausland sendet Radio Canada International auch in verschiedenen anderen Sprachen. Daneben gibt es auch den privaten Sender CTV, der allerhand US-Serien aber auch eigenen Produktionen sendet. Außerdem werden die Medien und TV-Sender aus den USA vielfach genutzt, die fast überall im Land empfangen werden können.

CTV ist der größte englischsprachige Privatsender von Kanada und hat seinen Sitz in Toronto, es besitzt mehrere Regionalstudios in einzelnen Provinzen. Bekannte Serien laufen auf diesem Sender wie CSI: Miami, CSI: NY, Cold Case, Desperate Housewives, Grey´s Anatomy, O.C. California und Two and a Half Men aus den USA. Eigenproduktionen sind Instant Star, Canadian Idol und The Listener.

Diese große Konkurrenz führt dazu, dass insbesondere in den englischsprachigen Provinzen Kanadas viele Menschen US-amerikanische Sender verfolgen. In Quebec ist aufgrund der anderen Sprache dieser Effekt bei Weitem nicht so stark. Dort besitzt die private französischsprachige Sendeanstalt TVA einen hohen Marktanteil.

 

Nationalhymne

Die Nationalhymne von Kanada heißt „O Canada“ und gehört eher zu den ruhigen Liedern dieser Gattung im weltweiten Vergleich. Passend zur zurückhaltenden Mentalität der Kanadier, insbesondere im Vergleich zu den USA. Die heutige Hymne ist entstanden aus einem Quebecer Lied und wurde erstmals am 24.6.1880 (Johannistag) zu einem Konvent frankophoner Kanadier gespielt.

Aufgrund der langen Bindung Kanadas an Großbritannien wurde es aber erst am 1.7.1980 offizielle Hymne des Landes. Komponiert wurde sie von Calixa Lavallée, einem gebürtigen Quebecer. Der französische Text stammt von Adolphe-Basile Routhier, der englische von Robert Stanley Weir und wurde 1968 etwas abgeändert.

Im Nunavut-Territorium gibt es neben der englischen und französischen Version auch eine Inuit-Version (O´Kanata) des Liedes. Es gibt Anlässe und Veranstaltungen an denen die Zeilen zwischen den Sprachen abwechselnd gesungen werden. Dies erscheint manchen passend um die Bezüge zu Religion oder Geschlecht auszuklammern.

Die Nationalhymne erklingt zu verschiedenen Anlässen, besonders oft natürlich auch am Canada Day, dem Nationalfeiertag am 1. Juli eines jeden Jahres. Auch wird das Lied an Schulen, bei Sportveranstaltungen und anderen offiziellen Anlässen gespielt und gesungen.

Neben den offiziellen Amtssprachen, gibt es auch inoffizielle Übersetzungen bzw. eigene Texte in anderen Sprachen (wie etwa auch auf Deutsch). Da Kanada die britische Königin als Staatsoberhaupt anerkennt, ist „God Save the Queen“ die offizielle Königshymne des Landes.

 

Sport

Möglichkeiten zum Betreiben von Sport gibt es viele in Kanada. International ist es besonders bekannt durch seine Wintersportarten. Bei einem Land mit langen und schneereichen Wintern, sowie idealen Möglichkeiten in den Rocky Mountains und in den anderen Regionen verwundert dies nicht.

Eishockey gilt als die nationale Wintersportart (daneben gilt Kanada weltweit als das Mutterland dieser Sportart) und einige kanadische Teams wie die Canadiens de Montréal, Toronto Maple Leafs und Vancouver Canucks nehmen erfolgreich gemeinsam mit den us-amerikanischen Mannschaften auf hohem Niveau an der NHL teil. Gemeinsam mit 23 us-amerikanischen Teams wird in dieser Liga um den Stanley Cup gespielt.

Land des Eishockeys und des Wintersports

Die kanadische Nationalmannschaft ist als 18-facher Weltmeister (zuletzt 2007) und 8-facher Goldmedaillengewinner bei den Eishockeyturnieren bei den Olympischen Spielen. Sie gilt schon seit jeher als eine der stärksten der Welt. Auffallend ist besonders bei kleineren kanadischen Städten, dass sehr oft die berühmtesten Persönlichkeiten der Stadt Eishockeyspieler sind. Dies zeigt auch, welche Möglichkeiten der Profilierung dieser Sport in Kanada dem einzelnen Sportler bietet.

Viele Weltmeistertitel heimste auch die Curling-Mannschaft des Landes ein, dieser Sport ist besonders in den Prärieprovinzen des Landes beliebt. Weitere beliebte Wintersportarten sind Skifahren, Snowboarden, Eiskunstlauf und Eislauf.

Kanada trug 1988 (Calgary) und 2010 (Vancouver) die Olympischen Winterspiele aus.

 

Andere typische Sportarten

Auch andere typische nordamerikanische Sportarten wie Baseball und Basketball sind in Kanada verbreitet. Die Toronto Blue Jays spielen in der Major League Baseball (1992 und 1993 konnte das Team aus Toronto zweimal hintereinander die World Series gewinnen) und spielen dort mit us-amerikanischen Teams, genauso wie die Toronto Raptors in der NBA.

Es gibt auch im Basketball keine eigene Liga, die kanadischen Teams, wie etwa die Toronto Raptors aus Ontario, spielen in der NBA mit. Toronto spielt innerhalb der NBA in der Atlantic Division und der Eastern Conference.

Auch im Rugby nimmt bisher an allen Weltmeisterschaften teil, daneben wird Cricket, Leichtathletik, Wassersport, Kayaking, Golf, Radsport, Motorsport und Hockey betrieben. Im Fußball ist die Damennationalmannschaft sehr erfolgreich an Weltmeisterschaften teilnimmt (2003 Vierter Platz), konnten sich die Herren nur 1986 zu einer WM qualifizieren um dort bereits in der Gruppenphase auszuscheiden.

Trotz ausbleibender größerer internationaler Erfolge hat Fußball durchaus tausende Anhänger im Land. Es gibt zahlreiche regionale Vereine und auch Universitätsmannschaften.

Auch Bowling ist bei den Kanadiern ein beliebter Sport in ihrer Freizeit. Mit Freunden, Arbeitskollegen oder Nachbarn trifft man sich zum Bowlen und verbringt einen ungezwungenen Abend zusammen. Für jüngere Semester gibt es auch andere peppige Veranstaltungen wie Disco-Bowlen mit viel lauter Musik und Lichteffekten. Ebenso spielen auch die Kanadier Freizeitsportarten wie Badminton, Tennis, Baseball aber auch Basketball.

Die Olympischen Sommerspiele fanden 1976 in Montréal statt, weitere wichtige Sportveranstaltungen sind die Commonwealth Games, die Panamerikanischen Spiele und im nationalen Bereich die viel besuchten und beachteten Canada Games.

 

 

Wirtschaft

Kanada ist eines der wohlhabendsten Staaten der Erde und trotz seiner geringen Bevölkerungszahl ein wichtiges Land im internationalen Handel. In dieser Funktion ist es auch in den wichtigsten Organisationen vertreten wie etwa die Welthandelsorganisation (WTO), der Weltbank, dem Internationalen Währungsfond (IWF) und der OECD.

Auch in Kanada ist der Dienstleistungssektor stark vertreten, die Dominanz ist jedoch durch die großen Rohstoffressourcen nicht so stark wie in anderen rohstoffarmen Ländern. Beim Human Development Index der UNO schneidet Kanada regelmäßig mit vorderen Plätzen ab, oft auch als Spitzenreiter. Nicht zu verachten sind jedoch die regionalen Unterschiede.

Traditionell sehr wohlhabende Provinzen sind Alberta (hier gibt es Erdöl, Landwirtschaft, Tourismus und andere Industrie) und Ontario, die über das höchste BIP/Kopf verfügen. Um ein minimales Gleichgewicht zwischen den Provinzen herzustellen, gibt es auch in Kanada -ähnlich wie auch in Deutschland- Ausgleichszahlungen zwischen ärmeren und reicheren Provinzen. Insbesondere Quebec ist Nutznießer dieser Regelung, auch der Osten Kanadas ist in der Regel Empfänger von diesen Ausgleichsleistungen.

 

Kanada – Land der Rohstoffe

Kanada ist ein rohstoffreiches Land und besitzt eine Wirtschaft mit modernen Industrien und einen leistungsfähigen Dienstleistungssektor. Bedeutende Rohstoffe auf kanadischem Gebiet sind unter anderem Erdöl, Erdgas, Gold, Uran und Nickel. Dazu gibt es auch noch recht bedeutende Vorkommen an Aluminium, Blei, Eisenerz und Zink.

Die regionale Verteilung ist bei diesem großen Land sehr unterschiedlich. Kohlebergbau gibt es in Alberta, British Columbia und in der Provinz Nova Scotia. Die großen Vorkommen an Eisenerz befinden sich in Newfoundland & Labrador sowie Quebec. Saskatchewan hat dagegen Uran, die Nordwest-Territorien Diamanten und in Neufundland & Labrador gibt es das größte Abbaugebiet von Nickel.

Die riesigen Wälder des Landes liefern den Rohstoff Holz, der u.a. auch in Kombination mit der Wasserkraft ideale Voraussetzungen für die Papierindustrie vorgibt. Kanada ist Weltmarktführer bei Papier, Pappe und Holzschliff. Besonders auffallend ist auch die große Produktion von Energie über Wasserkraft. Daneben gewinnt man Energie aus Windkraft, aber auch Gas, Öl und Kernenergie. Die meisten Kernkraftreaktoren befinden sich in der Provinz Ontario.

Weltbekannt sind mittlerweile die immensen Ressourcen an Athabasca-Ölsanden in Alberta, die das Land zum zweitgrößten Reservoir an Erdöl machen (nach Saudi-Arabien). In Neufundland gibt es Offshore-Bohrungen und eine mehr und mehr wichtige Gewinnung von Erdöl und -gas. Der Großteil (ca. 80%) der kanadischen Rohstoffexporte geht in die riesige Wirtschaft und Industrie der USA.

 

Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen

Besonders ausgeprägt ist in Kanada auch die Landwirtschaft. Besonders die Prärieprovinzen Manitoba, Saskatchewan und Alberta bieten riesige Anbaufläche für Weizen und andere landwirtschaftliche Produkte. Daneben werden auch insbesondere Rinder gezüchtet. Auch die Fischereiflotte und die Fischereizucht liefern Nahrungsmittel wie Lachs, Kabeljau, Hummer, Hering und andere Meerestiere, die auch exportiert werden. Auch wird Wein in Kanada angebaut, vornehmlich in Ontario, aber auch in British Columbia, Nova Scotia und Quebec.

Quebec und Ontario (ca. 3/4 der Industriebetriebe befindet sich in dieser Regionen) sind die Zentren der Industrie, insbesondere Automobil- und Metallindustrie sowie Luftfahrt und Telekommunikation. Auch der Hightec-Bereich wird in Kanada zunehmend ausgebaut. Dazu kommen auch chemische Betriebe, Papierproduktion und Verarbeitung von Nahrungsmitteln. Im Bereich der Dienstleistungen ist auch der Tourismus erwähnenswert, Toronto ist eines der Finanzzentren Kanadas noch vor Calgary und Montreal.

Insbesondere sind Banken und Versicherungen bei der Top10 wichtigsten Unternehmen des Landes stark vertreten. Kanada bildet gemeinsam mit den USA und Mexiko die NAFTA, eine gemeinsame Freihandelszone in Nordamerika.

Kanada zählt zu den G8-Staaten und damit zu den wichtigsten Wirtschaftsnationen der Erde. Die Arbeitslosigkeit ist allerdings auch hier bemerkbar und Kanada ist durchaus anfällig für die weltweiten Finanzkrisen gewesen. Trotzdem kann das Land weiterhin seine Infrastruktur ausbauen und bietet ein gutes Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystem. Der kanadische Dollar ist die nationale Währung des Landes und hat in den letzten Jahren besonders gegenüber dem US-$ eine Aufwertung erfahren.