Die deutsche Sprache weltweit

Die Deutsche Sprache ist innerhalb der Europäischen Union (EU) die meistgesprochene Muttersprache. Weltweit sprechen ca. 100 Millionen Menschen Deutsch als Muttersprache, außerdem ist diese Sprache eine international beliebte Fremdsprache (besonders in den Niederlanden, Skandinavien und Osteuropa), so dass man im Allgemeinen Deutsch noch heute als eine der zehn wichtigsten Sprachen der Welt ansieht.

Sprachwissenschaftlich wird Deutsch der indogermanischen Sprachfamilie zugeordnet, sie ist dort Teil des germanischen Zweigs und innerhalb der westgermanischen Gruppe. Die engsten „Verwandten“ des Deutschen sind das Niederländische, Afrikaans, Englisch und Friesisch.

Es gibt mehrere staatliche und nichtstaatliche Organisationen, die sich der Förderung der deutschen Sprache verschrieben haben. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ist ein Verein, der sich die Pflege und Erforschung der deutschen Sprache zum Ziel gesetzt hat. Dieser Verein bringt unter anderem die jährlich erscheinenden Auflistungen “Wörter des Jahres” und “Beliebteste Vornamen” heraus. Das “Unwort des Jahres” wird dagegen von der “Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres” bestimmt.

Das Goethe-Institut möchte nicht nur weltweit ein aktuelles Deutschlandbild vermitteln, sondern bietet auch deutsche Sprachkurse in verschiedenen Ländern der Erde an.

Dialekte, Mundarten und Mischsprachen

Oft glauben Menschen in anderen deutschsprachigen Ländern, die Deutschen sprechen alle Hochdeutsch. Das ist natürlich nicht richtig, denn Deutschland war schon immer ein dezentrales Land und so haben sich regional sehr unterschiedliche Dialekte und Mundarten entwickelt.

Im Süden findet man in Schwäbisch, Alemannisch und Bairisch. In Köln spricht man Kölsch, dass wie andere Dialekte des Rheinlands dem Ripuarischen zugeordnet ist.

Fränkisch, Hessisch, Pfälzisch und Saarländisch sind weitere Dialekte aus den mittleren Regionen Deutschlands, im Osten sind Thüringisch, Sächsisch und Lausitzer Dialekte vorhanden. Die Berliner sind natürlich ebenfalls unverkennbar als solche auszumachen, denn Berlinerisch ist eine der markantesten Dialekte Deutschlands.

Dialekte sprechen natürlich auch die Menschen in Westfalen, Hamburger, Schleswig-Holsteiner und Mecklenburger.

International sind durch die deutschen Eiwanderer auch „Mischsprachen“ entstanden.

Das Pennsylvania Dutch (Pennsilfaani Deitsche), offiziell Pennsylvania German wird noch heute von den Nachkommen deutschstämmiger Einwanderer in den USA (hauptsächlich in Pennsylvania in der Region um Allentown, Lancaster und Reading). Insbesondere bei den isolierten Gemeinden der Amischen und Mennoniten wird diese Sprache bis heute verwendet. Sie basiert auf west- und südwestdeutschen Dialekten, hat aber auch zahlreiche englisch-amerikanische Wörter aufgenommen. Für hochdeutsche Muttersprachler ist es gesprochen schwer zu verstehen.

Auch Jiddisch, die alte Sprache der aschkenasischen Juden in Mittel- und Osteuropa ist eine westgermanische auf dem Mittelhochdeutschen basierende Sprache (mit hebräisch-slawisch-romanischen Einflüssen) und wird heute noch von über 1 Millionen Menschen unter anderem in Israel, Europa und Amerika gesprochen.

In ehemaligen deutschen Schutzgebieten in Ozeanien und Afrika entstanden einst Pidgin-Sprachen wie Unserdeutsch (Neuguinea) und Küchendeutsch (Namibia), die heute aber kaum noch gesprochen werden.

Deutsch als Sprache in verschiedenen Ländern und Regionen

Deutsch ist nicht nur Amtssprache der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch von Österreich und Liechtenstein. Daneben ist Deutsch die meistgesprochene Muttersprache in der Schweiz (ca. zwei Drittel der Bevölkerung) und dort eine der vier Landessprachen. In Belgien ist es eine der drei Amtssprachen, neben Niederländisch und Französisch, wobei sich die Verwendung hauptsächlich auf die Deutschsprachige Gemeinschaft in Ostbelgien beschränkt.

Luxemburg nennt sich zwar seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr Luxemburg, sondern „Luxembourg“, aber auch hier ist Hochdeutsch neben Französisch und Lëtzebuergesch (moselfränkische Mundart) eine der drei offiziellen Sprachen.

In Italien ist es in der Region Trentino-Südtirol neben Italienisch die Verkehrs- und Amtssprache (de facto aber nur in der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol).

Auch in anderen Ländern hat Deutsch einen offiziellen Status als Minderheiten-, Schul- oder Hilfssprache auf nationaler oder regionaler Ebene wie etwa in Brasilien, Dänemark, Frankreich (Elsass), Kasachstan, Kirgisistan, Paraguay, Polen, Rumänien, Russland, Slowakei, Südafrika und Ungarn.

In Namibia, dem ehemaligen Deutsch-Südwestafrika, ist heute Englisch die offizielle Amtssprache. Deutsch ist dort aber eine der sogenannten Nationalsprachen (neben Afrikaans und verschiedenen afrikanischen Sprachen wie OshiKwanyama und OshiNdonga). Im Alltag trifft man hier nicht nur auf deutsche Karnevalsvereine, Gesangvereine und Schwarzwälder Kirschtorte, sondern auch auf deutsche Ortsnamen, Schilder und Zeitungen. Besonders exotisch: sehr oft sind diese noch in der alten Deutschen Schrift geschrieben, denn zu Zeiten des Deutschen Kaiserreichs (und auch noch später bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs) wurde Deutsch in dieser und nicht in lateinischer Schrift verfasst.

In der Vatikanstadt, dem kleinsten Staat der Welt, ist es neben Italienisch die Kommandosprache der Schweizer Garde.

Internationale Organisationen

Auch bei internationalen Organisationen ist Deutsch teilweise Amts- und Arbeitssprache. Die EU verfügt über 24 Amtssprachen, neben Englisch und Französisch ist Deutsch dort aber auch eine der Arbeitssprachen des Staatenverbunds. Addiert man Mutter- und Fremdsprachler ist Deutsch nach Englisch und noch vor Französisch die meistgesprochene Sprache der EU-Mitgliedsländer.

Leider wird in der Praxis jedoch Deutsch bei den EU-Institutionen im Vergleich zu Englisch und Französisch vernachlässigt.

Es gibt weitere internationale Institutionen und Verbände, die deutsch als Amtssprache verwenden wie etwa verschiedenen EU-Behörden (Europäisches Patentamt), die Europäische Weltraumorganisation ESA, die FIFA und der internationale Skiverband FIS.

Obwohl Deutschland nach den USA und Japan der drittgrößte Beitragszahler der Vereinten Nationen ist, ist Deutsch bei der UNO keine Amts- und Arbeitssprache (dies sind nur Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Chinesisch und Arabisch). Der deutsche Übersetzungsdienst muss von den deutschsprachigen Ländern selbst finanziert werden.

Ein Rückgang des Einflusses der deutschen Sprache zeigt sich in der Wissenschaft. Während Deutsch im 19. Jahrhundert neben Englisch und Französisch auch in der Wissenschaft und auf wissenschaftlichen Kongressen sowie bei der jeweiligen Fachliteratur vorherrschend war, hat sich seit dem letzten Jahrhundert Englisch mehr und mehr als Hauptsprache der internationalen Wissenschaft durchgesetzt.

Durch die starke Einbindung Deutschlands in die Weltwirtschaft und im Bereich der Dienstleistungen (wie etwa dem Tourismus) ist die Bedeutung von Deutsch in den Handels- und Geschäftsbeziehungen allerdings weiterhin nicht zu vernachlässigen. Dies ist ein wichtiger Grund, weshalb weltweit Fremdsprachenkenntnisse in Deutsch immer noch verhältnismäßig stark verbreitet sind.