Deutschland allgemeine Informationen

Mit einer Fläche von 357.170 qkm ist das in Mitteleuropa gelegene Deutschland das sechstgrößte Land Europas (größer sind nur Russland, Frankreich, die Ukraine, Spanien und Schweden, außerdem die Türkei wobei diese nicht komplett in Europa liegt).

deutsche flagge
Flagge von Deutschland

Klimatisch befindet sich das Land in der gemäßigten Zone Mitteleuropas mit den typischen starken Einflüssen von Westwinden und klimatisch kontinentaleren Zügen im Osten. Die Jahreszeiten sind landesweit vorhanden, im Osten und in den Alpen jedoch ausgeprägter als in Nordwestdeutschland.

Im Groben kann man Deutschland geographisch in vier Hauptregionen einteilen: Die Alpen, das Alpenvorland, die Mittelgebirge und das Norddeutsche Tiefland. Das Norddeutsche Tiefland grenzt im Westen an die Nordsee und im Osten an die Ostsee. Schleswig-Holstein befindet sich als Halbinsel zwischen diesen Meeren. Anteil an den deutschen Alpen haben die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg.

Bekannte deutsche Mittelgebirge sind der Schwarzwald, der Bayerische Wald, der Harz, das Erzgebirge, das Fichtelgebirge, die Schwäbische Alb, der Thüringer Wald, die Rhön, der Taunus, das Rothaargebirge, der Hunsrück, die Eifel, das Elbsandsteingebirge und der Westerwald. Die Mittelgebirge sind oft noch stark bewaldet. Ca. 30 % der Staatsfläche sind bewaldet, die verbreiteten Baumarten sind Fichte, Kiefer, Buche und Eiche. Die Eiche gilt als der typisch deutsche Baum. Neben den Waldgebieten findet man auch heute noch ausgedehnte Heidelandschaften in Deutschland wie etwa die Lüneburger Heide.

 

Unterschiedliche Landschaften und Bundesländer

Die Tierwelt besteht auch typischen Vertretern Mitteleuropas: Rehe, Hirsche und Wildschweine bevölkern die Wälder, Füchse sowie Biber, Otter und Luchse sind seltener. Murmeltiere findet man noch in den Alpen. Mittlerweile sind aus Polen auch wieder Wölfe und Elche eingewandert.  Seit einigen Jahren findet man im Osten des Landes auch wieder Wölfe und Elche. An der deutschen Küste findet man marine Tierwelt wie Seehunde, Schweinswale und verschiedene Fischarten sowie Möwen. Typische Vögel sind Spatzen, Amseln und Meisen, ferner findet man auch Adler, Bussarde und Falken.

Die sowohl von der Fläche als auch Bevölkerungszahl sehr unterschiedlichen 16 Bundesländer verteilen sich entsprechend auf unterschiedliche Landschaften. Das größte Bundesland ist Bayern, das Kleinste der Stadtstaat Bremen.

Mit 81 Millionen Einwohnern (226/qkm) ist Deutschland relativ dicht besiedelt. Diese Bevölkerungsdichte ist aber regional sehr unterschiedlich verteilt. So ist Nordrhein-Westfalen mit 515 Einwohnern pro qkm sehr dicht, Mecklenburg-Vorpommern mit 69 Einwohnern pro qkm recht dünn besiedelt. Besondere Ballungsgebiete findet man in Deutschland insbesondere im Süden und Westen des Landes (wie etwa das Ruhrgebiet, Rhein-Main, Rhein-Neckar und die Metropolen Köln, München und Hamburg). Die größte Stadt befindet sich allerdings mit der Hauptstadt Berlin (3,5 Millionen) im Osten Deutschlands.

Die Gemeinden Selfkant (NRW, Westen), List (Schleswig-Holstein, Norden), Görlitz (Sachsen, Osten) und Oberstdorf (Bayern, Süden) besitzen anhand der Himmelsrichtungen die äußersten Punkte Deutschlands.

 

Höchster Berg, größter See und längster Fluss

Deutschland hat neun Nachbarstaaten. Die längste Grenze ist mit über 810 km die zur Tschechischen Republik, die kürzeste die zu Luxemburg (135 km). Weitere Nachbarstaaten sind Dänemark, Polen, Österreich, die Schweiz, Frankreich, Belgien und die Niederlande. Die Bundesrepublik Deutschland grenzt insgesamt mehr als 3.600 km an ihre Nachbarn, sie hat außerdem eine Küstenlänge von über 2.300 km.

Die höchsten Erhebungen ergeben sich in den Alpen, dort befindet sich auch die Zugspitze (2.962 m), die sich Deutschland mit Österreich teilt. Der größte See Deutschlands befindet sich ebenfalls im Süden und heißt Bodensee. Dieses Gewässer wird ebenfalls mit den Nachbarn Schweiz und Österreich geteilt. Weitere große Seen befinden sich in der Mecklenburgischen Seenplatte aber auch in anderen Bundesländern.

Wichtige Flüsse sind der Rhein, die Weser, die Elbe und die Donau. Der Rhein ist von seinem Verlauf von 865 km in Deutschland der längste Fluss, außerdem markiert er die Grenze zum Elsass (Frankreich). Weitere Grenzflüsse sind die Oder und die Neiße (zu Polen). Die größte Insel des Landes ist Rügen (926 qkm). Bekannte Inseln sind außerdem Usedom, Fehmarn und Sylt sowie die Ostfriesischen Inseln wie Norderney im deutschen Wattenmeer. Mit nur 1,7 qkm ist die Insel Helgoland in der Deutschen Bucht zwar recht klein, sie ist aber Deutschlands einzige Hochseeinsel.

Im internationalen Vergleich zählt Deutschland zu den eher selten von Naturkatastrophen heimgesuchten Ländern. Die seltenen und meist schwachen Erdbeben treten am ehesten im südlicher Rheingraben, die Region Tübingen, die Region Aachen mit Kölner Bucht sowie in der Region um Gera auf. an den Küsten stellen Sturmfluten eine Gefahr dar. Hochwasserzonen befinden sich an verschiedenen anfälligen Flusssystemen wie etwa Rhein, Oder und Elbe. In den Alpen und Mittelgebirge treten nach Regenfällen auch vereinzelt Erdrutsche auf, im Winter können Lawinen lebensgefährlich sein.

Vor allem im Herbst und Winter kommt es durch höhere Temperaturunterschiede zwischen der Polarregion und dem Süden Europas zu Orkanen in West- und Mitteleuropa. Diese schädigen nicht nur Personen, die Infrastruktur und Gebäude, sondern können auch Waldbestände verwüsten. Im Januar 2007 schädigte der Orkan mit einer Maximalgeschwindigkeit von 225 km/h ca. 40 Millionen Bäume in Deutschland.

Tornados treten meist mit Gewittern auf und sind in Mitteleuropa bei weitem nicht so häufig wie in den USA (Tornado Alley), trotzdem hat insbesondere der Westen der Norddeutschen Tiefebene aber auch andere Regionen Deutschlands ein Gefährdungspotenzial für seltene und meist schwache Tornados. Auch Wasserhosen treten hin und wieder auf den Meeren und anderen Wasserflächen auf.

 

Fauna und Flora

Deutschland zählt trotz seiner starken Besiedlung und hohen Industrialisierung zu den waldreichsten (ca. 30 %) Staaten Europas, seine Flora & Fauna wird geschützt durch zahlreiche Nationalparks, Naturparks, Landschaftsschutzgebiete und Biosphärenreservate.

Seit 1994 ist der Umweltschutz in Artikel 20a in das Grundgesetz als Staatsziel der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen. Heute ist damit sowohl Natur- als auch Tierschutz gemeint und stellt damit die verfassungsrechtliche Grundlage für zahlreiche Gesetze und Verordnungen in Deutschland.

Deutschland hat ein größtenteils ozeanisch geprägtes gemäßigtes Klima, in Richtung Osten werden die Züge kontinentaler. Auch die unterschiedlichen topographischen Gegebenheiten und Faktoren wie Bodenbeschaffenheit, Sonneneinstrahlung, Gewässernähe und andere sind entscheidend für die hohe Artenvielfalt Deutschlands.

 

Häufigster Baum: die Rotfichte

Deutschlands Wälder sind geprägt von Laub- und Nadelwäldern. Häufigste Baumart ist die Rotfichte, die immergrün ist und als anspruchslos gilt. Sie besiedelt insbesondere auch ungünstige Hochlagen im Bayerischen Wald, Schwarzwald und im Erzgebirge. Die am meisten vorkommende Laubbaumart ist die Buche, der typische deutsche Baum ist allerdings die Eiche. Stärke und Standhaftigkeit sagt man diesem Lieblingsbaum der Deutschen nach, der noch dazu hunderte von Jahren alt werden kann.

Weithin verbreitet sind auch Birken, Apfelbäume, Ahorn, Hainbuchen, Kastanien und Eschen. In Flussauen findet man außerdem auch Erlen, Pappeln und Weiden. Ebenso findet man andere Pflanzen und Kräuter, Farne und Moose sowie verschiedene Pilzsorten.

Deutschlands Wälder beherbergen immer noch viele Säugetierarten, auch wenn sie deren Artenzahl genauso wie bei anderen Tierarten durch Zersiedlung des Landes reduziert hat. Auerochsen und Braunbären sind schon lange nicht mehr zu vorhanden. Man findet dagegen heute noch reichlich Rothirsche, Rehe, Wildschweine, Marder, Wiesel, Hasen und Kaninchen. In der Nähe der Flüsse findet man wieder mehr Biber und Otter, in alpinen Höhenlagen auch Gämse, Steinböcke und Murmeltiere.

Wölfe sind ebenfalls wieder in Deutschland eingewandert, zunächst über Polen in der Region der Oberlausitz entdeckt, gibt es sie heute vereinzelt auch in Niedersachen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt. Vereinzelt wurden auch schon wieder Elche in den östlichen Landesteilen entdeckt. Manche Tiere wie zum Beispiel Wisente (im Rothaargebirge in NRW) oder Luchse (im Harz) wurden wieder in Deutschland angesiedelt. Neben der heimischen Tierwelt sind auch einige Arten eingewandert wie etwa Waschbären, das europäische Mufflon, die Kanadagans und der Amerikanische Ochsenfrosch.

Frösche, Unken, Molche, Salamander und Kröten vertreten die Amphibien in Deutschland. Umweltschützer und Schulklassen versuchen jedes Jahr die Tiere bei der Krötenwanderung zum Teil über stark befahrenen Straßen zu retten. Kreuzottern (meist bis 70 cm lang), Ringelnattern (im Schnitt bis 1,10 m lang), Blindschleichen (keine Schlange!) und die europäische Sumpfschildkröten leben als Reptilien in Deutschland.

 

Störche, Flamingos (!) und Seehunde

Ebenfalls wurde die Vogelwelt in den vergangenen Jahrhundert dezimiert. Störche findet man im Gegensatz zu früher zwar selten, aber zunehmend zahlreicher in Ostdeutschland, vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Dort findet man auch noch einige hundert Paare von Seeadler, Deutschlands Wappenvogel. Eine Besonderheit Deutschlands ist auch die nördlichste Flamingokolonie der Erde im Zwillbrocker Venn in NRW an der Grenze zu den Niederlanden.

Der Rotmilan ist ebenfalls etwas besonderes, denn weltweit über die Hälfte dieser Art brütet in Deutschland. Besonders häufig sind Mäusebussarde und Turmfalken, Wanderfalken sind seltener. Weitere Vögel sind zum Beispiel Spatzen, Amseln, Möwen, Krähen, Meisen und Tauben.

Auch der Fischbestand ist in den letzten Jahrhunderten rückläufig. Erfreulicherweise konnten aber auch verschiedene Arten wieder angesiedelt werden, wie etwa der Lachs im Rhein. Weitere Fischarten sind Aal, Äsche, Barsch, Forelle, Hecht, Karpfen, Rotauge, Saibling, Stör, Ukelei, Wels und Zander. In den Meeren findet man außerdem Dorsche, Flundern, Heringe, Makrelen, Seezungen und Schollen.

In Nord- uns Ostsee findet man Seehundkolonien, Kegelrobben, Delfine, Dornhaie, Katzenhaie, Schweinwale und sogar Pottwale. Im Wattenmeer findet man außerdem allerhand Tiere und Kleinstlebewesen, verbreitet sind der Wattwurm, Strandkrabben, Austern, Herzmuscheln, Miesmuscheln, Sandklaffmuscheln, Schwertmuscheln und Nordseegarnelen sowie zahlreiche Meeresvögel wie Silbermöwen, Sturmmöwen, Sterntaucher, Brandseeschwalben und Fluss-Seeschwalben. Das Wattenmeer ist außerdem ein beliebter Rastplatz für Zugvögel.

 

Feiertage und Feste in Deutschland

Deutschland ist ein Land der Feste, Feiertage und Events. Egal an welchem Tag des Jahres man in Deutschland ist, irgendwo ist immer etwas los oder wird etwas gefeiert. Da kann man schnell den Überblick verlieren.

Zunächst einmal sind die gesetzlichen Feiertage zu erwähnen. Die Kompetenz zur Erklärung von gesetzlichen Feiertagen (außer dem Tag der Deutschen Einheit) ist Angelegenheit der Länder, daher ist die Anzahl länderabhängig und uneinheitlich.

 

Glückliche Bayern mit den meisten Feiertagen

Die Bayern können dabei zum Beispiel zwölf Feiertage genießen, Baden-Württemberg und das Saarland haben elf, NRW und Sachsen-Anhalt haben zehn und die Bremer, Hamburger und Berliner müssen mit acht freien Tagen auskommen. Generell kann man sagen, dass die Süddeutschen mehr Feiertage haben, als die Norddeutschen. Ehe aber Neid aufkommt, muss man sagen, dass der Mariä Himmelfahrtstag nicht in allen Gemeinden Bayerns gefeiert wird.

Neun Feiertage gelten allerdings deutschlandweit: Neujahr (1.1), Karfreitag (Freitag vor Ostern), Ostermontag, Tag der Arbeit (1.5.), Christi Himmelfahrt (39 Tage nach Ostersonntag), Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit (3.10) und sowie der Erste und der Zweite Weihnachtsfeiertag (25.12. und 26.12).

Die folgenden Tage sind nur in manchem Bundesländern gesetzlich anerkannt: Heilige Drei Könige (6.1.), Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt (15.8.), Reformationstag (31.10.), Allerheiligen (1.11) und der nur noch in Sachsen gefeierte Buß- und Bettag.

Die gesetzlichen Feiertage dienen (wie die Sonntage) nach Artikel 140 des Grundgesetzes (GG) mit Verweis auf den alten § 139 der Weimarer Reichsverfassung als Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung.

 

Volksfeste und Brauchtum

Daneben gibt es noch weitere Volksfeste in Deutschland und regionales Brauchtum. Besonders hervorzuheben ist dabei der Karneval, die Fastnacht oder der Fasching. Bekannte Karnevalshochburgen sind Kölner Karneval (Fastelovend), der Düsseldorfer Karneval und die Mainzer Fastnacht (Meenzer Fassenacht). Die Zeit der Jecken und Narren beginnt alljährlich am 11.November (dem Elften im Elften) und Endet am Aschermittwoch.

Der Karneval im Rheinland wird als Traditionspflege der vielen örtlichen Karnevalsvereine und -gesellschaften betreiben. Das Veranstaltungsprogramm ist regional unterschiedlich besteht aber meist aus verschiedenen Sitzungen (zum Beispiel Damen-, Herren-, Kindersitzung und Prinzenproklamationen) mit Büttenreden und Comedyeinlagen, Musik- und Tanzveranstaltungen sowie als Höhepunkt den jeweiligen Straßenumzügen.

Regiert werden die Jecken und Narren von einem Dreigestirn (Bauer, Prinz und Jungfrau) oder einem Prinzen bzw. Prinzenpaar. Diese übernehmen während der Karnevalszeit symbolisch die Macht (oft nach einem Sturm auf das Rathaus und Schlüsselübergabe), verteilen Orden und halten Reden. Prunkvolle Reiterkorps, Tanzgarden, Musikgruppen und freie Kostümgruppen verteilen während der Karnevalsumzüge (oft am Rosenmontag) Kamellen, Süßigkeiten und andere Leckereien sowie Werbematerial und Spielzeug.

Beeindruckend sind auch die vielen Wagen, die teilweise monatelang geschmückt werden und oft einem Motto Nachdruck geben oder Bezug auf aktuelle Themen nehmen. Die bekanntesten Züge sind die Rosenmontagszüge in den rheinischen Hochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz, die auch eine gewisse Konkurrenz zu einander pflegen. Während der Kölner und der Aachener “Alaaf” ruft, rufen die Düsseldorfer und Mainzer “Helau”.

Die Schwäbisch-alemannische Fastnacht läuft dagegen anders ab, hier nehmen die Verkleidungen stärker Bezug zu Sagengestalten und stellen Hexen, Teufel oder Wilde dar.  International zählt der deutsche Karneval zu den bekanntesten Festen dieser Art, ähnlich wie der Karneval in Rio, Venedig und New Orleans (Mardi Gras).

 

Schützenfeste, Oktoberfest und Mottotage

In Norddeutschland ist Karneval kaum bekannt, hier feiert man zum Beispiel eher Schützenfeste mit entsprechenden Traditionen und Feiern. Das größte Schützenfest weltweit findet dabei in Hannover statt.

Besinnlicher geht es in Deutschland während der Weihnachtszeit zu. Für viele ausländische Touristen ist dies mittlerweile eine bevorzugte Reisezeit für Deutschland, so stark ist die Faszination der Weihnachtsmärkte und -traditionen.

Zahlreiche Weihnachtstraditionen aus Deutschland bzw. den deutschsprachigen Regionen Europas wurden auch international bekannt wie etwa der Weihnachtsbaum, verschiedene Weihnachtslieder, der Adventskalender oder der Christstollen. Die bekanntesten Weihnachtsmärkte sind der Dresdner Striezelmarkt, der Nürnberger Christkindlesmarkt und der Münchner Christkindlmarkt. Bekannt sind ebenfalls die Weihnachtsmärkte in Erfurt, Essen, Hamburg, Köln, Leipzig, Lübeck und Trier.

Am Vorabend zum Nikolaustag (6.12.) werden die Kinder vom Heiligen Sankt Nikolaus besucht, der ihnen kleine Geschenke mitbringt. Meist liest er auch etwas aus einem Goldenen Buch über die vergangenen Taten der Kinder vor. Bei größeren Veranstaltungen hat er Engelchen in Begleitung, bei kleineren manchmal auch den Knecht Ruprecht oder Hans Muff, einen schwarzen Gesellen, der den frechen Kindern Respekt einflößen soll.

Typisch für weite Regionen in Deutschland sind auch die Martinsbräuche. In den Kindergärten und Schulen werden Laternen gebastelt und dann am oder um den Martinstag (11.11.) zu Ehren vom Heiligen Martin von Tours in einem großen Martinsumzug im Ort gezeigt. Die Kinder ziehen singend mit den leuchtenden Laternen durch die dunklen Straßen.

Oft reitet auch ein Sankt Martin zu Pferd mit und verteilt später Martinswecken am Martinsfeuer. In manchen Familien wird zu dieser Zeit auch eine Martinsgans mit Knödeln und Rotkohl serviert.

Das bekannteste Fest ist und außerhalb Deutschlands ist aber wohl das Münchner Oktoberfest. D´Wiesn gilt als das größte Volksfest der Welt und zählt jedes Jahr Millionen in- und ausländischer Besucher. Die baden-württembergische Hauptstadt Stuttgart muss sich aber auch nicht verstecken, dass Cannstatter Volksfest und das Stuttgarter Frühlingsfest sind ebenfalls Besuchermagneten in Süddeutschland.

Seit dem Jahr 1035 findet bereits der Bremer Freimarkt statt, die größte Veranstaltung dieser Art in Norddeutschland. Nicht zu verachten ist allerdings auch das Volksfest “Hamburger Dom” oder entsprechende Veranstaltungen in Nürnberg und Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf, Herne sowie Paderborn). Eines der größten Sommerfeste Nordeuropas und die größte Segelregatta ist die Kieler Woche.

Regional gibt es noch viele weitere Kirmesveranstaltungen und Volksfeste in Deutschland. In den letzten Jahren sind auch immer mehr Mottotage eingeführt worden wie etwa der Tag des Offenen Denkmals, wo man sonst nicht zugängliche denkmalgeschützte Gebäude und Objekte besichtigen kann. In den Städten gibt es auch das ganze Jahr über Museumsnächte, Kulturtage, Konzerte, Sportveranstaltungen und andere Möglichkeiten Feste zu feiern – Langeweile kommt in Deutschland nicht auf.

Adventskalender – 24 Türchen verkürzen die Wartezeit

Wer in der Vorweihnachtszeit jeden Morgen sein Türchen öffnet, der ist sich dabei vermutlich nicht bewusst, dass er eine deutsche Erfindung nutzt: den Adventskalender!

Während die Kinder bis ins 16. Jahrhundert eher am Nikolaustag beschert wurden, verlagerte sich die Tradition des Beschenkens nach der Reformation später auf die Weihnachtstage. Und wenn der Nikolaus heute zwar auch kleine Geschenke bringt, sind Weihnachtsmann und Christkind letztlich die großen Bescherer. So musste also eine Lösung für das längere Warten der ungeduldigen Kinder her!

 

Bilder, Bibelferse und Strohhalme

Adventskalender wurden daher erstmals von protestantischen Familien genutzt, um das Warten auf das Weihnachtsfest für die Kinder zu verkürzen. Dabei waren diese allerdings noch nicht vergleichbar mit den heutigen Adventskalendern, sondern bestanden vielmehr aus schlichten symbolischen Zeitmessern. Manche Familien malten 24 Kreidestriche an die Wand, andere hingen 24 Bilder auf.

Später folgten Sprüche und Lieder. Auch katholische Familien übernahmen später diesen Brauchen, sie legten zum Beispiel jeden Tag einen Strohhalm mehr in die Krippe. Eine weitere Tradition, die auch in Skandinavien bis heute bekannt ist, war das Abbrennen einer Adventskerze immer bis zur nächsten Markierung. Hierbei ist eine gewisse Verwandtschaft zum Adventskranz zu erkennen, der jedoch mit seien vier Kerzen nur die Adventssonntage darstellt.

Der erste gedruckte Adventskalender entstand 1902 und wurde von der Evangelischen Buchdruckerei in Hamburg herausgegeben. Dieser war eine Weihnachtsuhr mit Zahlen von 13 bis 24. Wenige Jahre später verkaufte der Münchner Verleger Gerhard Lang einen Adventskalender mit Bilder zum Ausschneiden, die dann auf einen Pappkarton geklebt wurden.

Ab 1920 kam man in Deutschland mehr und mehr auf die Idee, die Kinder 24 Türchen öffnen zu lassen. Am Anfang waren es aber selten Süßigkeiten, die zum Vorschein kamen, sondern eher Heiligenbildchen, Sprüche und Bibelverse.

 

Süßigkeiten oder Geschenke im Adventskalender

Nachdem der Zweite Weltkrieg beendet war und in den 50er-und 60er Jahren das Wirtschaftswunder begann, entdeckten die Deutschen den Adventskalender für sich und er wurde zur Massenware. Romantische, verschneite Städtchen und Figuren verbargen sich hinter den Türchen und beinhalteten nachher auch Schokolade. Der 24. Dezember (Heiligabend) war meist entsprechend etwas Besonderes und die Schokolade sowie das Bild waren größer.

Damit war der klassische Adventskalender geboren, den es noch heute in jedem Supermarkt mittlerweile auch weltweit zu kaufen gibt. Es gibt sie aber in den unterschiedlichsten Erscheinungsformen: manche selbstgebastelten Adventskalender bestehen aus kleinen Säckchen oder Paketen mit Überraschungen, andere .

Auch Spielzeughersteller haben entsprechende Kalender mit 24 Spielzeugfiguren ihres Repertoires im Angebot, auch Lotterielose, Gutscheine, Schmuck und vieles mehr sind zu haben – nicht nur für Kindern, sondern auch für Erwachsene. Der mit 857 qm größte freistehende Adventskalender der Welt befindet sich übrigens auch in Deutschland, nämlich im Böttchergässchen im Zentrum von Leipzig. Eine relativ neue Tradition ist auch das “Türchen öffnen” an Häusern innerhalb eines Wohngebiets. So treffen sich die Bewohner eines Wohngebiets ab dem 1. Dezember immer bei jemand anderes zum Adventssingen, Glühwein trinken und zum fröhlichen Beisammensein.

Der Weihnachtsbaum – eine deutsche Erfindung

Auf die Idee einen Tannenbaum in die gute Stube zu stellen und mit allerhand Christbaumschmuck zu verkleiden sind wohl zuerst die Menschen in Deutschland gekommen.

Bereits unsere Vorfahren die Germanen haben wohl zum Julfest (Wintersonnenwende) immergrüne Tannenzweige als Symbol von Lebenskraft auf öffentlichen Plätzen und Häusern als Schmuck genutzt.

 

Es begann in den Zünften

Im Mittelalter waren wohl die Handwerker und Zünfte der Städte die Erfinder des Weihnachtsbaums. Unbelegte Aussagen reichen sogar bis ins 15. Jahrhundert nach Freiburg, wo die Bäckerschaft einen Tannenbaum mit Süßigkeiten schmückte, die dann von Kindern gegessen werden durften.

Weitere Hinweise auf Weihnachtsbäume gibt es 1527 aus Stockstadt am Main (Hessen), 1539 aus Straßburg (Elsass -heute Frankreich) und 1576 aus Gengenbach (Baden-Württemberg). Behangen wurden die Bäume mit Äpfeln, Nüsse, Datteln, Brezeln, Süßigkeiten, Zucker, Oblaten, Püppchen und Zischgold.

Erst später kamen in Adelshäusern die Kerzen hinzu. Zunächst blieb der Brauch dem Adel und den reicheren Städtern vorbehalten. Tannenbäume waren damals noch selten und erst im 18. Jahrhundert wurde der Brauch nach größeren Aufforstungen und dadurch günstigere Fichten und Tannen massentauglich.

Zunächst ein protestantischer Brauch wurde er nun auch von den Katholiken übernommen und setzte sich im gesamten deutschsprachigen Raum Europas fest.

 

Von Deutschland in die Welt

Deutsche Siedler und hessische Söldner in Pennsylvania (USA) brachten wohl den Weihnachtsbaum nach Amerika. 1832 stellte wohl der deutsche Professor Karl (Charles) Follen einen Weihnachtsbaum in seinem Haus in Cambridge (Massachusetts) auf.

1840 heiratete Queen Victoria dann den deutschen Prinzen Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Er brachte die Tradition nach London, wo sie sich schnell verbreitete. Deutsche brachten die Tradition des geschmückten Weihnachtsbaums auch in andere Länder wie Russland, die Niederlande und Italien.

Aufgrund der großen Nachfrage und den industriellen Möglichkeiten entstand in den USA und später auch in anderen Ländern bald eine Weihnachtsindustrie zur Herstellung von Christbaumschmuck, Weihnachtskugeln und Kerzen.

 

Fakten und Rekorde

Heute findet man Weihnachtsbäume rund um die Welt. Selbst nicht christliche Länder sind vom Weihnachtsbaum begeistert und so findet man im Dezember auch Weihnachtsbäume beispielsweise in China. Man muss allerdings sagen, dass in exotischen Ländern in der Regel auf künstliche Weihnachtsbäume zurückgegriffen wird.

In den Städten und Metropolen der Welt werden mittlerweile riesige Weihnachtsbäume an öffentlichen Plätzen wie etwa am Rockefeller Center in New York oder in Mexico-City aufgestellt.

In Dortmund baut man seit einigen Jahren aus ca. 1.700 Bäumen einen riesigen Weihnachtsbaum, der mit ungefähr 45 m der Höchste der Welt ist. Im Rheinischen Freilichtmuseum in Kommern stand vor einigen Jahren mit 38 m dagegen der höchste natürlich gewachsenen Weihnachtsbaum Deutschlands.

Die Nordmanntanne ist heute der in Deutschland häufigste Weihnachtsbaum, sein Marktanteil liegt bei rund 80 %. Insbesondere das Sauerland, aber auch Schleswig-Holstein und Dänemark sind die Herkunftsorte der meisten Christbäume.

Heilige Drei Könige im Kölner Dom

Die Ankunft der Heiligen Drei Könige wird immer erst am 6. Januar gefeiert, doch sind sie bereits in der gesamten Vorweihnachtszeit thematisiert.

Der Legende nach soll um das Jahr 326 die Heilige Helena die Gebeine in Palästina entdeckt haben. Sie gelangten später nach Mailand in die Kirche St. Eustorgio. Nachdem Kaiser Barbarossa (1122 – 1190) nach zahlreichen Aufständen in den lombardischen Stätten deren Zentrum Mailand einnahm, schenkte er die vorgefundenen Reliquien im Jahre 1164 seinem Berater, dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel (1114 – 1167).

Diese ersten christlichen Könige sollten dem Kaiser und auch Köln eine sakrale Gewichtung gegenüber Rom und dem Papsttum liefern. Ihnen zu Ehren wurde der Kölner Dom gebaut, wo die Gebeine der Heligen Drei Könige im Dreikönigenschrein noch heute aufbewahrt werden. Viele außerhalb Kölns wissen nicht: besonders auch Dank der Reliquien und durch den Kölner Dom wurde Köln eine bedeutende Pilgerdestination und Metropole im Rheinland.

 

Weihnachtsgeschichte und Brauchtum

Die Geschichte der Heiligen Drei Könige ist weltweit durch die Weihnachtsgeschichte im Matthäus-Evengelium bekannt. Als Sterndeuter aus dem Morgenland folgten sie dem Stern von Bethlehem um Jesus zu huldigen. Als Geschenke brachten sie Gold, Weihrauch und Myrrhe mit.

In späteren Legenden des Abendlands gab man ihnen die Namen Caspar, Melchior und Balthasar. Oft werden sie als Vertreter der Kontinente Europa, Afrika und Asien gewertet. Caspar wird in diesem Zusammenhang oft als der Vertreter Afrikas angesehen. In Deutschland gibt es bekanntlich den Brauch des Dreikönigsingens, dann ziehen Anfang Januar singend die Kinder verkleidet als Heilige Drei Könige (Sternsinger) von Haus zu Haus, um dabei mit Kreide einen Segen (2015 dargestellt als: 20-C+M+B-15)  an das Haus zu schreiben.

CMB steht für den lateinischen Spruch: Christus mansionem benedicat (deutsch etwa: Christus segne dieses Haus). Die bei dieser Aktion eingesammelten Spenden gehen dann an einen guten Zweck, meist in Entwicklungshilfeprojekte. Als Dank für ihr Engagement lädt der Bundespräsident regelmäßig einige der Kinder in seinen Amtssitz Schloss Bellevue zu einer Festveranstaltung ein.

 

Wissenswertes zur Bevölkerung

In Deutschland lebt eine Bevölkerung von ca. 81 Millionen Menschen, so viele wie in keinem anderen Staat der Europäischen Union. Damit hat Deutschland eine Bevölkerungsdichte von 226 Einwohner pro Quadratkilometer und gehört zu den dicht besiedelten Flächenstaaten Europas. Deutschland ist in seiner Geschichte ein wichtiger Ort der Wissenschaft und Lehre gewesen, bis heute ist der Bildungsstand der Deutschen hoch und eine der wichtigsten “Ressourcen” des Landes.

Das Bildungssystem liegt grundsätzlich in der Zuständigkeit der Länder. Es erfolgt eine bundesweite Koordinierung über die Kultusministerkonferenz. Die Schulpflicht besteht je nach Land zwischen neun und zehn Jahren, viele Länder haben ein mehrfach gegliedertes Schulsystem mit Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien. Danach schließt sich ein System von Berufsschulen, Fachhochschulen und Universitäten an.

In Deutschland leben einige nationale Minderheiten, deren Kultur und Sprache geschützt sind. Hierzu zählen die Dänen (Schleswig-Holstein), die Friesen (Niedersachsen, Schleswig-Holstein), die Sorben (Brandenburg, Sachsen) und Sinti. Niederdeutsch (Platt) genießt ebenfalls den Status einer Minderheitensprache in Deutschland (!), als traditionell dezentraler Staat gibt es daneben in Deutschland eine starke regionale Verbundenheit, die nicht immer an den 1945 und später gegründeten Bundesländern festzumachen ist. Zahlreiche Dialekte, Bräuche, Traditionen und Trachten machen Deutschland aus.

Die im Ausland oft vorgenommene Reduzierung der deutschen Kultur auf Bayern ist ein Phänomen, welches diesem Umstand natürlich in keinster Weise gerecht wird. Die bayerische Sprache und Kultur ist sicherlich eine der dominantesten innerhalb Deutschlands, wer aber als ausländischer Tourist Berlin oder das Rheinland, Hessen, Schwaben, Holstein oder Sachsen besucht, wird entsprechende Unterschiede feststellen.

Letztlich gibt es auf dem ersten Blick oft sogar mehr Gemeinsamkeiten der Bayern mit Südtirolern oder der Schwaben mit Bernern, als mit manchen deutschen “Landsmännern” und “Landsfrauen”.

Kulturell und sprachlich weitgehend in den jeweiligen neuen Heimatregionen aufgegangen sind die vertriebenen Deutschen aus den früher zu Deutschland (oder Österreich) gehörenden Regionen wie etwa Schlesien, Pommern, West- und Ostpreußen, Sudetenland und Siebenbürgen. Trotzdem gibt es noch heute Verbände, die entsprechende Traditionen und Dialekte pflegen oder verschiedene Einrichtungen unterhalten (wie etwa das Museum für schlesische Landeskunde in Königswinter).

 

Geburtenrate und Zuwanderung

Die Geburtenrate ist in Deutschland im weltweiten Vergleich eher niedrig und die Überalterung der Gesellschaft stellt ein zunehmendes Problem dar.

Trotz hoher Kindergeldleistungen und anderer Förderungen (Mutterschaftsurlaub, Elternzeit, Elterngeld, Kinderfreibeträge bei der Steuer, Betreuungsgeld und Kündigungsschutz für werdende Mütter) und zahlreicher Bemühungen seitens der Politik wie Ausbau von Kindergärten und Angeboten für Kinder und Familien bleibt die Geburtenrate in Deutschland auf niedrigem Niveau.

Die Bevölkerungsdichte ist in Deutschland sehr unterschiedlich. Nordrhein-Westfalen (515 E/qkm) hat von allen Flächenstaaten unter den Bundesländern die höchste Bevölkerungsdichte, Mecklenburg-Vorpommern (69 €/qkm) die niedrigste. Ballungsgebiete in Deutschland sind das Ruhrgebiet und die Regionen Köln-Bonn, Berlin, Hamburg, München, Rhein-Main und Rhein-Neckar. Ostdeutschland hat weniger Ballungsgebiete wie etwa Halle-Leipzig und Dresden, als Westdeutschland.

Die niedrige Geburtenrate Deutschlands wird meist aufgefangen durch eine Zuwanderung. Seit jeher war Deutschland durch seine Mittellage ein beliebtes Zuwanderungsland. In der deutschen Bevölkerung sind daher zahlreiche Nachbarvölker, Wanderer und Besatz aufgegangen. Germanen, Kelten, Römer, Hunnen, Hugenotten, Slawen und viele andere – sie alle wurden Teil der jeweiligen regionalen Bevölkerung.

Schon seit Jahrzehnten ist Deutschland in der jüngeren Vergangenheit aufgrund seiner wirtschaftlichen Anreize und hohen Lebensqualität ein Zuwanderungsland. Lange wurde politisch-ideologisch diskutiert, ob Deutschland ein Einwanderungsland ist oder sein soll. Unbeachtet dieser theoretischen Diskussion liegt der Anteil von Deutschen mit Migrationshintergrund bei mittlerweile ca. 20 %.

Die ersten Gastarbeiter kamen nach einem entsprechenden Abkommen 1955 aus Italien, es folgten später Arbeitskräfte aus Spanien, Griechenland, Jugoslawien und der Türkei. Insbesondere als in den 80er Jahren eine erhöhte Arbeitslosigkeit aufkam, versuche die Bundesrepublik mit den Rückkehrhilfegesetz (RückHG) die einst entsendeten Arbeitskräfte und deren Familien wieder in ihre ursprünglichen Heimatländer zu senden. Diese Initiative war in vielen Fällen ohne Erfolg.

Auch als Aufnahmeland für Flüchtlinge leistet die Bundesrepublik Deutschland als humanitäres Asylland einen hohen internationalen Anteil. Die Menschen kamen in den 90er Jahren insbesondere vom Balkan (als Opfer der Jugoslawienkriege), später aus Afghanistan, der Ostukraine, Somalia, Syrien und Nordafrika.

 

Ballungszentren und Integration

Insbesondere in den Städten und meist dort verstärkt in einzelnen Stadtteilen ist der Anteil von Ausländern oder Deutschen mit Migrationshintergrund hoch. Den höchsten Anteil an Ausländern haben auf Bundesländerebene die Stadtstaaten wie Berlin, Hamburg und Bremen sowie die Flächenländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Städte mit hohem Anteil sind Offenbach am Main, Mannheim und München.

Insbesondere die teilweise vorhandenen sprachlichen Probleme, aber auch kulturellen und religiösen Unterschiede stellen die Ballungszentren zum Beispiel im Bildungsbereich vor große Herausforderungen, denen man seit einigen Jahren mit längst überfälligen Integrationsprojekten begegnet. Dies geschieht sowohl auf kommunaler Ebene, als auch landes- und bundespolitisch. Trotz vorhandener Probleme fühlt sich nach den meisten Umfragen zufolge der Großteil der in Deutschland lebenden Ausländer gut integriert.

Während Deutschland traditionell eine Zweiteilung zwischen einem fast gleich hohen Anteil von römisch-katholischen und evangelischen Christen aufweist, sind die Zuwanderer der letzten Jahrzehnte meist Muslime oder Anhänger anderer Glaubensrichtungen (wie orthodoxe oder koptische Christen).

In Deutschland herrscht Religionsfreiheit (geschützt durch Artikel 140 des Grundgesetzes -GG-). Entsprechend heterogen sind die Glaubenrichtungen im Land, neben den vorgenannten Christen findet man auch Muslime, Freikirchen, Zeugen Jehovas, Mormonen, Altkatholiken, Buddhisten, Juden und Bahai. Der Staat und die großen Kirchen arbeiten in vielen sozialen Projekten (Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und Pflegeheime) partnerschaftlich zusammen. Die entsprechend anerkannten Kirchen haben in Deutschland die Möglichkeit Kirchensteuer einzuziehen. Die größeren Kirchen machen von diesem Recht Gebrauch. Zahlreiche Kirchenaustritte bei Katholiken und Protestanten und der hohe Anteil von Konfessionslosen insbesondere (aber nicht nur) in Ostdeutschland, verringern seit Jahren die Präsenz der Kirchen im gesellschaftlichen Leben.

Deutschland liegt im Zentrum Europas und ist in vielerlei Hinsicht eng mit seinen Nachbarländern verbunden. Europa ist der Kontinent der Vielfalt. Auf engstem Raum kommen unterschiedliche Sprachen, Kulturen und Mentalitäten zusammen. Hier gibt es einige interessante Infos zu Deutschland auf einen Blick.

 

Deutschland auf einen Blick

Eckdaten

Name: Bundesrepublik Deutschland
(englisch: Federal Republic of Germany).
Lage: Mitteleuropa.
Fläche: ca. 357.170 km² (weltweit: Platz 63).
Einwohner: 81 Millionen (weltweit: Platz 16).
Bevölkerungsdichte: 226 pro km² (Vergleich Österreich: 101, Schweiz: 196).

Ethnien: meist Deutsche, daneben Minderheiten wie Dänen, Friesen und Sorben. Hinzu kommen zahlreiche Menschen in Deutschland mit Migrationshintergrund aus Staaten wie der Türkei, Polen, Italien, Griechenland, Kroatien, Rumänien, Serbien, Russland, weiteren Balkanstaaten, Österreich und der Niederlande. Ferner gibt es aus den Krisenländern der Welt zahlreiche Menschen mit Flüchtlingsstatus in Deutschland.

Amtssprache: Deutsch, regional auch Dänisch, Friesisch, Niederdeutsch und Sorbisch.

Religionen: meist christlich (ungefähr zur Hälfte römisch-katholisch und evangelisch-lutherisch), daneben gibt es unter anderem Angehörige von christlich-orthodoxen Kirchen, Freikirchen, Zeugen Jehovas sowie Islam, Judentum und Buddhismus.

Hauptstadt: Berlin (3,5 Millionen Einwohner)
Weitere Städte: Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Bremen, Dresden, Leipzig, Hannover und Nürnberg.

Welterbe der UNESCO (39 Stätten): Aachener Dom (seit 1978), Speyerer Dom (1981), Würzburger Residenz mit Hofgarten (1981), Wallfahrtskirche “Die Wies” (1983), Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl (1984), Dom mit Michaeliskirche in Hildesheim (1985), die Römischen Baudenkmäler, der Dom und die Liebfrauenkirche von Trier (1986), Hansestadt Lübeck (1987), Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin (1990), Kloster Lorsch (1991), Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft (1992), Altstadt von Bamberg (1993), Klosteranlage Maulbronn (1993), Stiftskirche, Schloss und die Altstadt von Quedlinburg (1994), Völklinger Hütte (1994), Grube Messel (1995), Kölner Dom (1996) und Bauhaus und Stätten in Weimar und Dessau (1996).

Ferner die Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg (1996), Klassisches Weimar (1998), die Wartburg (1999), Museumsinsel Berlin (1999), Gartenreich Dessau-Wörlitz (2000), Klosterinsel Reichenau (2000), die Zeche Zollverein in Essen (2001), Altstadt von Stralsund und Wismar (2002), Oberes Mittelrheintal (2002), das Rathaus und der Roland in Bremen (2004), Muskauer Park (2004), Grenzen des Römischen Reiches: Obergermanisch-raetischer Limes (2005), Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof (2006), Siedlungen der Berliner Moderne (2008), das norddeutsche Wattenmeer (2009), alte Buchenwälder Deutschlands (2011), das Fagus-Werk in Alfeld (2011), die prähistorische Pfahlbauten um die Alpen (2011), Markgräfliches Opernhaus Bayreuth (2012), Bergpark Wilhelmshöhe (2013) und das Karolingische Westwerk und Civitas Corvey (2014).

Sport: Fußball (Weltmeister Männer: 1954, 1974, 1990 und 2014, Weltmeister Frauen: 2003, 2007), Handball mit international starker Liga (mehrfacher Weltmeister), Hockey (mehrfacher Weltmeister und Olympiasieger), Tennis (Boris Becker, Steffi Graf), Wintersport (Bob, Biathlon, Langlauf, Alpine Sportarten, Skispringen, Eisschnell- und Eiskunstlauf), Volleyball, Basketball, Radfahren (Rudi Altig, Jan Ullrich), Eishockey, Motorsport (Formel 1 mit Michael Schumacher, Sebastian Vettel) und Olympische Sommersportarten (Fechten, Kanu, Leichtathletik, Reiten, Ringen, Rudern und Schwimmen).

Kulinarisch: Deutschland ist bekannt für zahlreiche Gerichte wie Rheinischer Sauerbraten, Königsberger Klopse, Gänsebraten, Thüringer Klöße, Knödel, verschiedene Schweinebraten und die Bratwurst sowie Kasseler mit Sauerkraut, Eintöpfe und Nudelgerichte wie Spätzle und Maultauschen. Typisch im Alltag ist natürlich die Currywurst und der Döner, der in der verkauften Form oft eine türkisch-deutsche Mischkreation darstellt. Bekannte Torten sind die Schwarzwälder Kirschtorte (im Ausland ebenfalls sehr beliebt) und der Frankfurter Kranz. Deutschland ist auch bekannt für den Dresdner Christstollen und Lübecker Marzipan. Deutsches Weingummi (Haribo) ist mindestens genauso verbreitet wie die berühmten deutschen Weine und Biere.

Zeitzone: UTC+1 (mit Sommerzeit +2)
Notruf: 112

Kfz-Kennzeichen: D
Internetendung: .de

Geographie und Natur

Geographie: Deutschland liegt im Herzen Europas, gliedert sich in die Großräume Norddeutsches Tiefland, Mittelgebirge sowie das Alpenvorland und die Alpen. Das Land hat mit neun europäischen Nachbarstaaten die meisten Grenzenstaaten in Europa (von Norden im Uhrzeigersinn: Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und die Niederlande. Daneben hat Deutschland Anteil an der Nord- und Ostsee.

Der nördlichste Punkt befindet sich auf der Nordseeinsel Sylt, der südlichste in Oberstdorf, der westlichste in Selfkant und der östlichste in Zentendorf (die vier Gemeinden im Zipfelbund).

Nationalparks (15): Nationalpark Bayerischer Wald (seit 1970), Berchtesgaden (1978), Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer (1985), Niedersächsisches Wattenmeer (1986), Hamburgisches Wattenmeer, Jasmund, Müritz, Vorpommersche Boddenlandschaft, Sächsische Schweiz (alle 1990), Unteres Odertal (1995), Hainich (1997), Eifel, Kellerwald-Edersee ( beide 2004), Harz (2006) und Schwarzwald (2014).

Fauna und Flora: Typische Nadel-, Laub- und Mischwälder Mitteleuropas mit dem typischen deutschen Baum der Eiche aber auch Buchen, Birken, Fichten und Kiefern. Ausgedehnte Waldgebiete findet man im Schwarzwald, dem Harz, dem Spessart, der Eifel sowie dem Bayerischen und Thüringer Wald. 30 % Deutschlands sind bewaldet. Daneben gibt es ausgedehnte Heidelandschaften wie etwa die Lüneburger Heide.

Verbreitete Säugetiere sind Rehe, Hirsche, Wildschweine, Feldhasen, Füchse und seltener Biber, Otter und Luchse. Seit einigen Jahren findet man im Osten des Landes auch wieder Wölfe und Elche. In den Alpen findet man noch Murmeltiere und Gämse. Die Vogelwelt ist vertreten durch Seeadler, Mäusebussarde und Turmfalken. Spatzen, Meisen und Amseln sind vielfach zu finden, insbesondere an den Küsten auch Möwen. In den Flüssen leben unter anderem Lachse. An den deutschen Küsten findet man neben Wasservögeln und der typischen Fischwelt auch Seehunde, Schweinswale und sogar eine Delfinart.

Naturkatastrophen: Erdbeben (eher selten, wenn dann meist in den Bereichen südlicher Rheingraben, die Region Tübingen, die Region Aachen mit Kölner Bucht sowie in der Region um Gera), Sturmfluten an den Küsten und Flussüberschwemmungen, Starkstürme (Orkane und selten Tornados), Erdrutsche und Lawinen.

Höchste Berge: Zugspitze (2.962 m), Schneefernerkopf (2.874 m) und Mittlere Wetterspitze (2.750 m).

Größte Inseln: Rügen, Usedom, Fehmarn (alle Ostsee), Sylt, Föhr und Pellworm (alle Nordsee), Poel (Ostsee), Borkum, Norderney, Amrum und Langeoog (alle Nordsee).

Größte Seen: Bodensee (536 qkm, Bayern und Baden-Württemberg), Müritz (112 qkm, Mecklenburg-Vorpommern), Chiemsee (80 qkm, Bayern), Schweriner See (62 qkm, Mecklenburg-Vorpommern), Starnberger See, Ammersee (beide Bayern), Plauer See, Kummerower See (beide Mecklenburg-Vorpommern), das Steinhuder Meer (Niedersachsen) und der Große Plöner See (Schleswig-Holstein).

Wichtige Flüsse: Rhein (ca. 860 km), Weser (ca. 750 km), Elbe (ca. 730 km), Donau (ca. 650 km) sowie der Main, die Saale, die Spree, die Ems, der Neckar und die Havel.
Nachbarländer: Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und die Niederlande. Grenzlänge insgesamt ca. 3.620 km. Küstenlänge: ca. 2.350 km (über 1.200 km Festland).

Klima: Deutschland liegt in der gemäßigten Klimazone von Mitteleuropa, es gibt jedoch aufgrund des Reliefs, verschiedener Windsysteme und der unterschiedlichen Nähe zum Meer regionale Unterschiede. Im Westen Deutschlands ist das Klima ozeanisch-feucht und milder, der Osten ist kontinentaler und trockener geprägt. Kalte und schneereiche Winter sind häufiger im Alpenraum und im Osten Deutschlands. Mildernd wirkt sich auf ganz Deutschland auch der Golfstrom aus, vorwiegend profitiert davon aber Nordwestdeutschland. Als eine der mildesten Regionen Deutschlands gilt auch der Oberrheingraben, sonnenreich sind besonders verschiedene Orte und Inseln an und in der Ostsee.

Politik und Verwaltung

Staatsform: Bundesrepublik, bestehend aus 16 Bundesländern.
Staatsoberhaupt: Bundespräsident/-in.
Regierungssystem: Repräsentative (parlamentarische) Demokratie.
Regierungschef/-in: Bundeskanzler/-in.
Parlament: Bundestag und Bundesrat (Länderkammer).

Bundesländer (mit Hauptstadt): Baden-Württemberg (Stuttgart), Bayern (München), Berlin, Brandenburg (Potsdam), Bremen, Hamburg, Hessen (Wiesbaden), Mecklenburg-Vorpommern (Schwerin), Niedersachsen (Hannover), Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf), Rheinland-Pfalz (Mainz), Saarland (Saarbrücken), Sachsen (Dresden), Sachsen-Anhalt (Magdeburg), Schleswig-Holstein (Kiel) und Thüringen (Erfurt).

Nationalhymne (seit 1952): Deutsche Nationalhymne (Dritte Strophe des Deutschlandlieds als Das Lied der Deutschen). Melodie: Joseph Haydn. Text: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben.

Nationalfeiertag: 3. Oktober (1990: Tag der Deutschen Einheit und dem Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland).

Landesgründung: Im Vertrag von Verdun (843) wurde das riesige Frankenreich aufgeteilt in ein Ostfrankenreich (Kaiser Ludwig “der Deutsche”), Lotharingen und das Westfrankenreich. 1871 Gründung des Deutschen Kaiserreichs. 1949 Gründung der Bundesrepublik Deutschland (oftmals als BRD bezeichnet) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), die 1990 der BRD beitrat.

Flagge: Schwarz-Rot-Gold (die Farben sind abgeleitet aus der Zeit der Befreiungskriege gegen Napoleon 1813 und waren die des Lützowschen Korps, dem viele Studenten angehörten. Deren unterschiedliche Uniformen wurden schwarz gefärbt, hatten goldene Messingknöpfe und rote Aufschläge. Diese Farben waren aber bereits bekannt durch die Reichsfahne des Heiligen Römischen Reichs. Populär wurden sie auch nach dem Hambacher Fest 1832). Als Bundesdienstflagge wird die Flagge mit Bundesschild und Adler verwendet.

Internationale Mitgliedschaften (Auswahl): UNO (seit 1973), EU (seit 1995, vorher Gründungsmitglied der EG), NATO (seit 1955), Europarat, G8 und G20, OSZE, OECD, Internationaler Währungsfonds, WTO und Weltbank.

Sitz internationaler Organisationen: UN (Auswahl): Freiwilligenprogramm der UN, UNCCD, Bonner Konvention, ACOBANS, UNEP/EUROBATS, UNEVOC, UN-IHDP, Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit (ECEH) und UNWTO (alle Bonn). EASA (Köln), EIOPA, Europäische Zentralbank EZB (beide Frankfurt am Main), GCDT, OCCAR (beide Bonn).

Wirtschaft und Medien

Währung: Euro (bis 2002 Deutsche Mark, abgekürzt: DM).

Wirtschaft: Industrie (insbesondere Automobile, Elektrotechnik, IT und Telekommunikation, Maschinenbau und Chemie), Dienstleistungen (Versicherungen insbesondere Rückversicherer, Banken & Finanzen, Tourismus mit Messen, Events und diversen Kulturgütern/Sehenswürdigkeiten).

Wichtigste Handelspartner: Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Österreich, Schweiz, USA, VR China, Russland.

Energie: Stromerzeugung durch fossile Brennstoffe (Braun- und Steinkohle), Atomkraft und erneuerbare Energien (Solarenergie, Windkraft insbesondere an der Nordsee und Biomasse). Deutschland setzt sich aus Umweltschutzgründen für eine Energiewende ein, den schrittweisen Ausstieg aus der Atomkraft (seit 2011) und die Erhöhung des Anteils als erneuerbaren Energien.

Bruttoinlandsprodukt (BIP): 2.670 Milliarden € (größte Volkswirtschaft Europas und viertgrößte weltweit!), ca. 33.000 € pro Kopf (Vergleich Österreich: 36.000 €, Schweiz: 60.000 €, Italien: 26.000 €). Verteilung am Bruttosozialprodukt (BSP): Dienstleistung 74 %, Industrie 24 %, Landwirtschaft 2 %).

Tourismus: Bedeutender Wirtschaftsfaktor mit starkem Inlandtourismus, beliebt sind insbesondere Nord- und Ostsee, Kurbäder, die Alpenregion und der Städte/Kulturtourismus. Herkunftsländer von ausländischen Gästen: Niederlande, USA, Großbritannien, Schweiz, Italien, Frankreich, Österreich, Belgien, Dänemark und Spanien.

Arbeitslosenquote: Im internationalen Vergleich generell eher niedrig, meist zwischen 6-8 %.

Medien: Öffentlich-Rechtlich mit ARD (und Landesrundfunkanstalten wie WDR, NDR und BR), ZDF. Private Sender: RTL, ProSieben, SAT.1, kabel eins, VOX, n-tv und Tele 5. Bekannte Zeitungen sind die Bild, Express (beide Boulevard), Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Die Welt und die Süddeutsche Zeitung. Bekannte wöchentliche Nachrichtenmagazine: Der Spiegel, Focus und Stern.